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Galerie Kontrapost

Skulpturen | Plastiken | Objekte

Stephan Voigtländer

Stephan Voigtlaender  

"Autorengespräch mit Bäuerin" (Detail),

2009, Zeitungspapier

 
Stephan Voigtlaender  

"Autorengespräch mit Bäuerin",

2009, Zeitungspapier

 
Stephan Voigtlaender  

"Mach das Fenster zu", 2010, Holz

 
Stephan Voigtlaender              

"Schnelle Ruhe", 2005, Aluminium

 

Stephan Voigtlaender

 

"Mutter 3", 2009, Kalkstein

 
Stephan Voigtlaender  

"Gitter", 2005, Eisen

 

Vita

1965

geboren in Greifswald

1982

Lehre zum Holzfacharbeiter mit Abitur

1987

Drechsler in Groß Wokern

1987-1988

Restaurator am Kulturhistorischen Museum Prenzlau

1988

Modellbauer, DEWAG Leipzig

1988

Studium an der Hochschule für Kunst und Design Halle – Burg Giebichenstein

1990

Lehre zum Steinmetz in Demitz-Thumitz

1992

Studium in der Bildhauerklasse / Prof. Bernd Göbel an der Hochschule für Kunst und Design Halle – Burg Giebichenstein

1998

Diplom

1998-2000

Aufbaustudium ebenda

seit 2000

freischaffender Bildhauer

Ausstellungen und Beteiligungen

1993

Deutsche Bank Filiale, Halle

1997

Schlossmuseum Bernburg

1998

Galerie Rosenkranz, Chemnitz

1998

Frankesche Stiftungen, Halle

1999

Schlossmuseum Bernburg

1999

Martin-Luther-Universität Halle

1999

RUTH-LEIBNITZ-PREIS der Neuen Sächsischen Galerie Chemnitz

2000

Galerie Movin Art, Berlin

2000

Galerie Ars Nova, Berlin

2001

Künstlerverband Ingolstadt

2001

Versöhnungskirche Leipzig

2002

Galerie Ars Nova, Berlin

2003

Museum für zeitgenössische Kunst Witten

2004

Galerie Meinhold & Reucker, Berlin

2005

Galerie Terra Rossa Leipzig

2006

„KINDER IM WEG“, Kreuzung Goerdelerring, Leipzig

2009

Kunstmesse "Berliner Liste" (mit Galerie Kontrapost)

2010

Motorbrain, Galerie Kontrapost

 

Arbeiten in Museen und Sammlungen

"Medaille Richard Robert Rive", Staatliche Galerie Moritzburg, Halle

"Schaf I", Museum Schloss Bernburg

Münze "300 Jahre Frankesche Stiftungen", Frankesche Stiftungen, Halle

Büste "Elisabeth", Neue Sächsische Galerie Chemnitz

"Kampfhunde", Museum Burg Ehrenbreitstein, Koblenz

Arbeiten im öffentlichen Raum
 

1996

„SANDSTEINFIGUR“, Englischer Garten, Lichtenstein

1996

„BODENRELIEF“, Marktplatz Oranienbaum

1998

Platzgestaltung, Roitzsch / Bitterfeld

1999

Figurengruppe „DER VERLORENE SOHN“, Am Alten Hafen, Waren / Müritz

1999

Holzrelief „DER BARMHERZIGE SAMARITER“, Waren / Müritz

1999

Türklinke „NASHORN“, Hauptportal Berufsförderungswerk, Halle

1999

Platzgestaltung „OBJEKT GETRIEBE“, Leipzig

1999

„TANZENDER DAVID“, Gemeindezentrum Duisburg

2000

„RABBI“, Bibliothek, Waren / Müritz

2001

„MÄDCHEN IM WIND“, Schloss Neuenhof, Lüdenscheid

2001

Platzgestaltung Alter Markt, Waren / Müritz

2002

Symposium, „SCHWIMMER“, Leipzig-Grünau

2002

Schulhofgestaltung Max-Klinger-Gymnasium, Leipzig

2003

„MITRA“, Symposium, Rathausplatz Sangerhausen

2004

„ZWEI STEHENDE SEITEN“, Symposium, Schlosspark Neuenhof, Lüdenscheid

2004

Symposium, Gutspark Battinsthal

2005

Symposium, Stadtpark Großenhain

2005

„ABSAUGANLAGE“, Symposium, Burg Ehrenbreitstein, Koblenz

2006

„ZWÖLF TIERE“, Hauptportal Neues Finanzamt, Meißen

2006

„DIE GROSSE FLUCHT“, Internationales Bildhauersymposium Moritzburg

2007

"GITTERGEWÄCHSE", Göllheim

"LEVELSTEPS", Litomerice / Tschechien

"ÜBERWACHUNGSAPPARAT", Zörbigker Hafen, Leipzig

2008 

"BRUCHKOPFSPRUNG", Symposium, Stadtraum Pegau

"ORGAN", Galerie Kleine Freiheit, Zörbigker Hafen, Leipzig

 

Auch wenn es auf der Einladungskarte zum ersten Mal nicht ersichtlich wird: es geht um Skulptur! Alles andere wäre unvorstellbar bei dem Namen Voigtländer, der doch für dreidimensionale figurative Kunst bürgt, die sich vor allem im öffentlichen Raum einmischt, die irritiert, verstört oder den gewohnten Trott durcheinander bringt.
Da steht mitten auf einer Kreuzung in Chemnitz, zwischen vorbeirasenden Autos, ein rotes Sofa aus Holz, mit Blümchenmuster bemalt, im alten Stil geschwungen – und nicht von IKEA.
Im Stadtpark Großenhain ragen mannshohe Periskope aus der grünen Wiese empor und erzeugen – wie auch der „Überwachungsapparat“ am Cospudener See – beklemmende
Gefühle an einem Ort, an dem doch Entspannung und ungetrübtes Nichtstun angesagt sind. Merkwürdig auch „Zwölf Tiere“, eine Hammelherde aus langgezogenen, sich streckenden Schafen und Böcken, die es sehr eilig haben auf ihrem Weg ins Finanzamt Meißen.
In Leipzig lässt Stephan Voigtländer Kinder, fröhlich in ihr Spiel vertieft, über den Goerdelerring laufen, verdammt nah an der Bordsteinkante entlang: eine äußerst verschreckende Installation, die in abgewandelter Form und als Gemeinschaftsprojekt mit drei Malern beinahe eine Chance hatte, zumindest für fünf Jahre auf der wohl verkehrsintensivsten Kreuzung Leipzigs die Wertigkeit von Lebensraum, von Mobilität und vor allem die Wertigkeit der jüngsten und im Straßenverkehr am wenigsten geschützten Teilnehmer zu hinterfragen.
Überhaupt: den Wert des Lebens hinterfragen. Und: wer ist lebenswert? Die monumentale „Absauganlage“ in Koblenz mit ihren gewaltigen Saugrohren, die jeden Moment hilflose Embryonen zu verschlingen drohen, als drastische Äußerung des Künstlers zur allgemein tolerierten Nichtwertschätzung ungeborenen Lebens. Ein Frauenfeind, wer dagegen ist …
Oder die Werke „Gitter“, „Kasten“ und „Steckplatz 12“: Sinnbilder für die Abhängigkeit des jungen Lebens von Technologie und vermeintlichem Fortschritt. Zweifel kommen auf am allgemeinen Glauben an die Allmacht der Medizin. Drillinge mit leerem Namensschild saugen das Leben aus einem herzähnlichen Gebilde, verbunden mit einer undefinierbaren Organmasse. Die dürre Mutter, gespalten und durch ihre viel zu kleinen Arme nicht handlungsfähig, steht auf High Heels und mit zugestopftem Mund daneben. Trotz gewisser Ähnlichkeiten mit der Roten Königin aus „Alice im Wunderland“: das ist nicht populär, auch nicht schön – und weit entfernt von den lieblichen Madonna-mit-Kind-Figuren der Gotik.
Aber um den schönen Schein, um Idealisierung ging es Stephan Voigtländer noch nie. Immer nah dran an den Problemen der Zeit legt er den Finger in die Wunde, formt kritische Gedanken zu dreidimensionalen Gebilden, die in ihrer Erscheinung – immer unverkennbar – eine eigene Position in der Kunstwelt besetzen.


Den Rat seines Lehrers befolgend schwimmt er auf keiner Modewelle, sondern entwickelt eine eigene Haltung, eine eigene Handschrift, in einem langen Prozess und von Grund auf herausgebildet: 1965 in Greifswald geboren, lernt Stephan Voigtländer zunächst den Beruf des Holzfacharbeiters mit Abitur, arbeitet als Drechsler, dann als Restaurator am Kulturhistorischen Museum in Prenzlau. Er wird Modellbauer bei der DEWAG Leipzig, beginnt ein Design-Studium an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle Burg Giebichenstein, lernt Steinmetz und studiert schließlich ab 1992 Bildhauerei – wieder an der Burg Giebichenstein, nun jedoch Hochschule für Kunst und Design, bei Prof. Bernd Göbel, von 1998 - 2000 als dessen Meisterschüler. Seit 2007 hat Stephan Voigtländer neben seiner eigenen künstlerischen Tätigkeit einen Lehrauftrag an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.
Er arbeitet im kleinen wie im großen Format, gestaltet Medaillen und öffentliche Plätze, gewinnt dabei Wettbewerbe und wird von Museen angekauft. Er erhält ein Stipendium der Gesellschaft für Medaillenkunst in Den Haag und wird 1999 mit dem Ruth-Leibnitz-Preis der Neuen Sächsischen Galerie Chemnitz ausgezeichnet.
Stephan Voigtländer beherrscht Holz und Stein – nimmt also weg, um etwas zu schaffen, gießt manches in Aluminium oder Bronze, setzt vollkommen auf das Plastische und verzichtet somit auf Farbe.
Seit letztem Jahr greift er auch zum Zeitungspapier: sucht Artikel bewusst nach Inhalten aus, schreckt hierbei vor Farbe nicht zurück und modelliert die Figurengruppe „Autorengespräch mit Bäuerin“ als Reaktion auf die sich unverschämt aufdrängenden und wichtig machenden Talk-Shows im Fernsehen: Polittalk. Promitalk. Hausfrauentalk. Es geht nur nicht um uns selbst.
Ebenso sein neustes Werk „Mach das Fenster zu“ als Kritik an den allgegenwärtigen Medien mit ihrem übermächtigen Einfluss auf öffentliches wie persönliches Denken und Fühlen, auf Gesundheitsbewusstsein und Modegeschmack, sogar auf das Abendessen, bei dem es dann nur noch Tiefkühlpizza gibt, damit man den ganzen Quatsch nicht verpasst: Großklappen mit Krawatten verziert, in Sprechblasen redend, auf Plüschsofas beim Wortwechsel – oder Wortgefecht? Wortgewalt?
Das Studio voller Wortfetzen wortgewandter Wortverdreher.
Wer wird Wortführer?
Es geht um das größte Mundwerk. Und wer mundfaul ist, verdirbt die Quoten.

Was für eine Zeit! Lebenszeit! Und keine Zeit zum Leben! Dafür Beschleunigung! Unaufhaltsam rückt sie vor, die Masse ohne Substanz und Inhalt, quillt aus allen Löchern, ersetzt Gliedmaßen und Gehirn.
 

„Motorbrain“ als Titel der Ausstellung. Aber was hat das alles mit Christa Wolf zu tun?

Vielleicht hilft ein Brainstorming …

Susanne Ulbrich
 

GALERIE KONTRAPOST
Stallbaumstr. 14a
04155 Leipzig
Tel: (0341) 5503290
E-Mail

Aktuelle Ausstellung:

SOMMERPAUSE!!!

 

Nächste Ausstellung:

CHRISTOPH SANDIG

"Lichteinfall" (Fotografie)

24.08.-30.09.2016

Vernissage: 24.08.16, 20 Uhr

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

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