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Galerie Kontrapost

Skulpturen | Plastiken | Objekte

 

Stefan Möckel
 

                                  
                   "vom Bade I", 2005-2006, Steinguss              
      
         "vom Bade II", 2005-2006, Steinguss  
   
"Sucherin", 2007, Steinguss   
      
"Alma", 2005, Steinguss   

 

Vita

 

1975 

geboren in Jena

 

1985-1994

Zeichnen, Malen, Modellieren an der Musik- und Kunstschule Jena

 

1995-2001

Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Leipzig

Erstes Juristisches Staatsexamen

 

1996-1997

Atelier in der Leipziger Baumwollspinnerei

 

1999-2003

verschiedene Kurse an der Abendakademie der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

 

2002-2004

Atelier in der Leipziger Baumwollspinnerei

 

2004-2006  

Referendariat

Zweites Juristisches Staatsexamen

Promotion

 

seit 2007

wissenschaftlicher Mitarbeiter am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig

 

2003-2009

Studium der Bildhauerei an der Hochschule für Kunst und Design Halle / Burg Giebichenstein,

Klasse Prof. Bernd Göbel

 

2009                

Diplom

 

Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)

2003

Exposè 3, Leipzig

 

2004

Ruth-Leibnitz-Preis für Skulptur, Neue Sächsische Galerie Chemnitz

Ausblicke I, Studenten der Bildhauerei der Burg Giebichenstein, Lichtenstein                             

1.Werkschau der Baumwollspinnerei Leipzig

 

2006

1. Preis im Wettbewerb für die Jahresgabe des Halleschen Kunstvereins 

 

2007

Schwarz Und Weiß, Wettbewerb der Stadt Schwarzenberg 

Rosarium Sangerhausen

Die Welt en miniature, Stiftung Moritzburg - Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt

subSkulptur, Domgalerie Merseburg

Skulpturen und Zeichnungen, Media City Leipzig (E)

Menschenbilder, Carl-von-Basedow-Klinikum Merseburg (E)

 

„Das plastische Landschaftsbild“ als Thema der Diplomarbeit, und die geplante Veränderung einer Landschaft bildete das Motiv: das Vorhaben der Bundesregierung, mit dem Bau der Autobahn A143 durch das Untere Saaletal nordwestlich von Halle den Autobahnring um Halle zu schließen, wobei mit einer Brücke von beinahe einem Kilometer Länge die Saale überquert werden soll.

Das Untere Saaletal – ein bisher großflächig unzerschnittener, verkehrsarmer, von menschlichen Ein- bzw. Übergriffen fast unberührter Naturraum: mit der Porphyrkuppenlandschaft bei Brachwitz („porphyr“- das heißt „purpurfarben“) und den Muschelkalkhängen bei Lieskau, mit äußerst vielfältiger Vegetation, mit Trockenrasengebieten samt floristischen Raritäten wie der „Echten Kugelblume“ oder dem „Kleinen Knabenkraut“, mit seltenen Schmetterlingen, mit der vom Aussterben bedrohten „Mopsfledermaus“, dem „Raubwürger“ oder der gefährdeten „Sperbergrasmücke“.
Das Untere Saaletal – wegen seiner günstigen Lage schon früh besiedelt und somit reich an archäologischen Denkmalen. Auch an Baudenkmalen: auf einem vorspringenden Felsen errichteten die Wettiner im 9. oder 10. Jh. ihre Stammburg, und in unmittelbarer Nähe findet man die einzige in Deutschland noch erhaltene Templerkapelle im frühgotischen Baustil.
Und schließlich veranlasste der pittoreske Charakter der Felsenlandschaft um Brachwitz in den 60er Jahren das Filmstudio Halle, vor dieser Kulisse den ersten Western der DDR zu drehen. Es geht also um einen irreparablen Eingriff in eine Landschaft, die bundesweit einzigartig ist und deshalb unter dem besonderen Schutz der Europäischen Union gemäß der Flora-Fauna-Habitatrichtlinie steht. Da nach Artikel 6 dieser Richtlinie erhebliche Beeinträchtigungen jener Schutzgebiete verboten sind, wurde das Bauvorhaben vom Bundesverwaltungsgericht 2007 gestoppt. Die den Autobahnbau ausführende Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH ist seitdem mit der Überarbeitung der Planung beschäftigt. „Das plastische Landschaftsbild“ – von Stefan Möckel nicht zuletzt als Thema gewählt, weil ihm Landschaften im Allgemeinen „Gegenwelten zum täglichen urbanen Umfeld“ eröffnen. Und das Saaletal im Besonderen ist für den Hallenser ein Zufluchtsort, der ihn als eine der wenigen Gegenden um Halle sinnlich anspricht und schon mehrfach zur künstlerischen Auseinandersetzung bewegte.

Das Porträt des Saaletals zwischen Lettin und Pfützthal, zwischen Juni 2008 und März 2009 in der Folge „Salzmünde I“, „Pfützthal“, „Salzmünde II“, „Brachwitzer Alpen“ als Reliefreihe entstanden. Zunächst eine Herausforderung für den Bildhauer, der sich in seinen Arbeiten bis dahin überwiegend mit der menschlichen Figur auseinander setzte und sich nun auf ein Terrain begibt, das in verschiedenen Epochen der Kunstgeschichte Werke höchster Qualität hervorbrachte.Relief – das kommt vom lateinischen „relevare“: aufrichten. Der Begriff „rilievo“ – zuerst gebraucht vom Maler und Kunsttheoretiker des italienischen Trecento: Cennino Cennini.
Relief – das ist die an eine Fläche gebundene Skulptur. Das ist die Verbindung von haptischen Eigenschaften der Skulptur mit bildnerischen Gesetzmäßigkeiten der zweidimensionalen Zeichnung.Und das Landschaftsrelief im Besonderen:
Das Problem, ein Territorium auf 70 x 60 cm zu reduzieren, ins Format zu bringen.
Das Problem, das Wesentliche – den Gestus – zu erfassen, sich nicht in illustrativen Details zu verlieren.
Das Problem der Farblosigkeit bzw. der monochromen Gestaltung – trotz der überwältigenden Vielfarbigkeit des darzustellenden Objekts.
Die Konzentration auf die reine Natur, den menschenleeren Raum – bis auf eine Ausnahme…
Das Problem der Räumlichkeit – des Plastischen – im frontalansichtigen Relief. Die reale Raumtiefe verkürzt auf einige Reliefschichten, auf unterschiedlich tiefe Bildebenen. Die Entscheidung zwischen Flachrelief und Hochrelief oder die Synthese von beiden zum so genannten „malerischen Reliefstil“.
Das Problem der Perspektive.
Das Problem, einzelne Naturelemente sichtbar zu machen, die Dinge voneinander zu unterscheiden – ohne Farbe und mit wenig verfügbarem Raum. Das Problem, dem Einzelnen und dem Ganzen eine Struktur zu geben.
Das Problem, Fluss und Wolken darzustellen: flüssige, zumindest nicht greifbare Materie in festes Material zu bannen.
Die Wahl des Materials überhaupt: Wachs oder Ton, Gips oder Bronze.Die Reliefreihe ist kein Abbild des Unteren Saaletals, keine reine Dokumentation eines Naturzustands, der möglicherweise gravierende Veränderungen erfahren wird. Trotz der subtilen Konfrontation mit dem Entscheidungskonflikt zwischen Naturschutz und wirtschaftlichem Nutzen des geplanten Projekts geht es in erster Linie um die Lösung bildhauerischer Probleme, bezogen auf das Relief als Mischwesen aus Plastik und Zeichnung.

Im Übrigen geht es um den Menschen. In Lebensgröße festgehalten in Beton. Mit Nahtstellen und mit anderen Relikten des Gussverfahrens als sicheres Zeichen des „gemachten“ Kunstwerks.
Der bewegte Mensch im aufrechten Gang, in voller Konzentration auf den nächsten Schritt, der ins Ungewisse führt. Der Schritt von einer Welt in die andere. Auch mit schnellem Schritt und wehenden Zöpfen.
Oder der Mensch im kleinen Format als plastisches Vexierbild, in akrobatischer Verrenkung, die nach Entfaltung, nach Entwirrung, nach Wiederherstellung geordneter Zustände verlangt.
Der Zustand zwischen Ruhe und Bewegung.
Äußerlich und innerlich.
Der Kopf des Menschen – in klarer Form auf charakteristische Züge reduziert. Auch eine Landschaft, die es zu ergründen gilt.
Die Gedanken sind frei!

GALERIE KONTRAPOST
Stallbaumstr. 14a
04155 Leipzig
Tel: (0341) 5503290
E-Mail

Aktuelle Ausstellung:

CHRISTOPH SANDIG

"Lichteinfall" (Fotografie)

24.08.-30.09.2016

Vernissage: 24.08.16, 20 Uhr

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

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