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Galerie Kontrapost

Skulpturen | Plastiken | Objekte

Daniel Wagenblast
 

                       
                           "cowman", 2009, Holz, farbig gefasst              

 

Vita

 

1963

geboren in Schwäbisch Gmünd

 

1984-1990

Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Peter Grau und Prof. Rudolf Schoofs

 

1991

mehrmonatiger Studienaufenthalt auf den Kanaren

 

1991-1994

Atelierstipendium der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und des Landes Baden-Württemberg

 

1992            

1. Preis beim Wettbewerb "Junge Kunst in Ostwürttemberg"

 

1992-1993

USA-Reisen, Beginn der Serie "Yellow Cab, N.Y."

 

1993

1. Preis beim Bundeswettbewerb "Das Alter"

 

1993-1998

Saxofonist bei der Rockband "Fiese Förtner" - Rock für die Chefetage

 

1994

Gründung der Künstlergruppe "maximal" 

 

1995

mehrmonatiger Aufenthalt in der "Villa Romana", Florenz (mit Isa Dahl, Villa-Romana-Preisträgerin 1995) 

          

1996

Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg

 

1997

Arbeitsaufenthalt im "Xylon-Museum und Werkstätten e.V.", Schwetzingen

 

1999

Gastarbeitsaufenthalt im Herrenhaus Edenkoben, Pfalz 

 

2000

Realisierung der Außenskulptur "Taxidriver für Heilbronn", Fußgängerzone am Götzenturm, Heilbronn

Realisierung der Außenplastik "Families of the World", Walled Garden of Country Park, Museum Cannon Hall, Barnsley, Großbritannien

Realisierung der Außenskulptur "Taxidriver für Spaichingen", Marktplatz, Spaichingen

 

2001

1. Preis mit "Weltenfahrer und Boot" beim Wettbewerb "Brunnen in der Marktstraße", Ditzingen

"Weltenfahrer, Grenzen überschreiten", Bildhauersymposium in Bad Rappenau 

"Killing me rott", Bildhauersymposium in Rottenburg am Neckar

Realisierung der Plastik "Taxidriver Bietigheim-Bissingen", Bahnhofsvorplatz, Bietigheim-Bissingen

 

2001/2004

Arbeitsaufenthalt / Stipendium "Zeppelinhaus", Berlin

 

2002

"Schweizersbild", Projektstand, Galerie Falzone, art-frankfurt

"Taxidriver auf Empire State Building", Bildhauersymposium auf der Landesgartenschau, Scharnhauser Park, Baden-Württemberg

 

2003

Holzbildhauersymposium Holz im Raum, Raum im Holz, Alte Seifenfabrik, Marktplatz, Neckarsulm

Gestaltung der Cafeteria, Klinikum in Essen

 

2004

Europasymposium, Böbingen"maximalstand", art-Karlsruhe

"Weltenfahrer", Skulptur vor dem Neubau der IHK, Nagold

 

2004/2005

Arbeitsaufenthalt in der Staatlichen Majolika Manufaktur, Karlsruhe                             

 

2005

"Kurs Zukunft", Platzgestaltung in Eschwege

"Drei Taxidriver", Empfangszentrum Audi, Neckarsulm

"Mann mit Auto", Skulptur im Goldschmiedingpark, Castrop-Rauxel

 

2006

"Mann, Auto, Spirale", Skulptur vor der Städtischen Galerie für Kunst und Technik, Schorndorf

                                                                                                               

Einzelausstellungen (Auswahl)

1995                          

"Yellow Cab", Galerie Kaufmann, Stuttgart

"From Canarian Islands to Yellow Cabs N.Y.", Treffpunkt Rotebühl, Stuttgart

1996

"Taxidriver", Motorola, Wiesbaden

"Yellow Cabs", Südstudio, Städtische Museen Heilbronn (Katalog)

1997

"Unterwegs", BW-Bank, Lörrach

Galerie Döbele, Stuttgart

Galerie Angelo Falzone, Mannheim

1998

"Plastik", Haus der Kunststiftung, Stuttgart

"Plastik", Städtische Galerie Saulgau

"Yellow Cabs", Steeb Anwendungssysteme, Abstatt

1999

"WeltenfahrerFahrerwelten", Galerie im Prediger, Schwäbisch Gmünd (Katalog)

Kunstverein Schwetzingen

"Twogether", Kunstverein March

Herrenhaus Edenkoben

1999/2000

"Von Jacob und Wilhelm und anderen Weltreisenden", Galerie Karin Melchior, Kassel

2000

"In 80 Tagen um die Welt", BW-Bank, Karlsruhe 

"Killing me", Galerie Alfred Knecht, Karlsruhe (Katalog)

"80 days", Walled Garden, Museum Cannon Hall, Barnsley, Großbritannien

"Blumen für die Damen", Galerie Helm Reiswig, Stuttgart

2001

"Unterwegs", Baker & McKenzie, Frankfurt 

2002

Galerie Tedden, Düsseldorf

Galerie Angelo Falzone, Mannheim

Galerie Barbara von Stechow, Frankfurt

"Ich, Haus, Auto, Baum, Tier, Pistole, Messer, Inseln", BW-Bank, Schlossplatz Stuttgart

2003

"Stadt, Land, See", Galerie Neue Kunst Michael Oess, Konstanz

"Diesseits und jenseits des Mittelstreifens", Galerie Dorn, Stuttgart

2005

"Der Schnaps muss weg!", Kunstverein Kirchzarten

2006

Galerie Barbara von Stechow, Frankfurt

"Blow up", Städtisches Museum Engen

2007

"Duich", Galerie Peter Tedden, Düsseldorf

Galerie Barbara von Stechow, Frankfurt

"11 x 2", Städtische Galerie Schopfheim

"Innen-Außen", Galerie Doris Hölder, Ravensburg

"Beziehungsweise", Hospitalhof, Stuttgart

2008

"Wie Brotkrümel im Wald", Galerie Schwenk, Castrop-Rauxel

Galerie am Markt, Schmalkalden

Galerie Barbara von Stechow, Frankfurt

"Mensch-Tier, Welt-All, Technik", Galerie der DASA, Dortmund

"Mein Raum", Haus am Lützowplatz, Berlin

2009

"Skulptur", Galerie Zulauf, Freinsheim/Pfalz

"Blutgruppe GBZ 14", Galerie ardizon, Bregenz

"Save the Date", pro art Kunststiftung, Ulm

 

zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen, u.a. Städtische Galerie Böblingen, Kunstverein Mannheim, Galerie Döbele, Dettelbach, Kunstverein Heidelberg, Kunstmuseum Heidenheim, Kunsthalle Baden-Baden, Städtische Museen Heilbronn, Forum Kunst, Rottweil, Badisches Landesmuseum, Karlsruhe

 

Filme / Fotos / Videos

1996 "Fiese Förtner - Rock für die Chefetage", Kultur Südwest, Redaktion Frank Rother, SWF / TV Baden-Baden
1997 "Spezial Tournee - 20 Jahre Kunststiftung Baden Würrtemberg", Aufzeichnung aus dem Staatstheater Stuttgart, SDR - Fernsehen, Stuttgart
1999 "Paket für den Kunstfonds 2000", Foto- und Vdeoarbeiten "Gestern Heute", "Kochen und gewinnen", "Orange / Stress Stress", ein Projekt von paul&bel - systems
1999 "Daniel Wagenblast - WeltenfahrerFahrerwelten", Kultur Cafe 6 / 99 am 02.05.1999, Redaktion Verena Knümann, SWR - Fernsehen, Baden-Baden
 

1963 in Schwäbisch Gmünd geboren, studiert Daniel Wagenblast von 1984-1990 Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Peter Grau und Prof. Rudolf Schoofs. Anfang der 90er Jahre findet er zur Bildhauerei, aus Lust am Handwerk und am dreidimensionalen Denken – wie schon andere Malerkollegen vor ihm: in einer unakademischen Herangehensweise an Plastik und mit einer neuen Sicht auf die Dinge. Auslöser ist letztendlich der Mord an einem Taxifahrer in New York, von dem im Radio berichtet wird, als sich Daniel Wagenblast gerade in der Metropole aufhält. So entsteht eine ganze Serie von Taxifahrern, genannt „Yellow cab, N.Y.“. Oder besser: eine Serie von Männern – oft im Ringel-Shirt –, die ein Taxi in die Luft stemmen, in hilflosen Verrenkungen zu umklammern versuchen, auf oder unter dem Arm oder vor sich her tragen. Die Figuren: mit Säge und Beitel aus dem Holzblock geschnitten und mit grellem Gelb versehen. Damit war das Thema gefunden, das Daniel Wagenblast in den folgenden 15 Jahren beschäftigt: die Welt des „Taxidrivers“, das Verhältnis Mensch – Auto, oder das Missverhältnis zwischen beiden.
Die Bezeichnung „Universalkünstler“ trifft auf Daniel Wagenblast durchaus zu: erst Maler, dann Bildhauer, nebenher drei Jahre Studium der Germanistik, später Saxofonist bei der Rockband „Fiese Förtner – Rock für die Chefetage“. Er gründet 1994 zusammen mit anderen Künstlern die Gruppe „maximal“, gewinnt 1. Preise bei Wettbewerben, erhält Stipendien der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, des Landes Baden-Württemberg und der Kunststiftung Baden-Württemberg. Er realisiert zahlreiche Plastiken im öffentlichen Raum, dabei geht es immer um „Weltenfahrer“ oder „Fahrerwelten“.
Nicht zuletzt ist er selbst ein Reisekünstler: zu Studienzwecken unterwegs auf den Kanaren, in den USA oder mit dem Wohnmobil samt Familie von einer Ausstellungseröffnung zur nächsten: immer wieder Stuttgart, Mannheim, Frankfurt und Düsseldorf, dazu kommen zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen u.a. in der Städtischen Galerie Böblingen, im Kunstverein Mannheim, im Forum Kunst Rottweil, in der Kunsthalle Baden-Baden, in den Städtischen Museen Heilbronn oder im Badischen Landesmuseum Karlsruhe.

Besuche bei den Nachbarn. Das klingt nach Freizeit, nach Feierabend, nach Wochenende. Nach Geburtstagsständchen mit Blumenstrauß. Nach Neujahrsanstoß mit Sektflasche. Nach Grillabend und Kaffeeklatsch. Nach spielenden Kindern. Nach Aushilfe mit der Mehltüte. Manche kommen aus anderen Gründen. Das wissen wir aus der Zeitung: der Rasenmäher, das Radio, die lärmenden Kinder, das Unkraut, das durch den Zaun wächst (während die Kirschen gern genommen werden), der Grillgestank, die Wäsche falsch aufgehängt.
Angekündigte oder überraschende Besuche.
Wie auch immer – es geht um Kommunikation, egal welcher Art. Immer verbunden mit dem Betreten fremden Territoriums und fremder Welten.
Distanzen werden überwunden. Und die Entfernung ist relativ. Wer ist unser Nachbar?
Der Titel der Ausstellung irritiert zunächst, weil wir die Dinge, die wir mit Nachbarschaft assoziieren, in den Skulpturen von Daniel Wagenblast nicht vorfinden. Kaum ein Miteinander, auch kein Gegeneinander, sondern ein Nebeneinander von Figuren, die so gar nicht zusammengehörig scheinen.
Da reitet ein Mann – „cowman“ – auf einem undefinierbaren Wesen, ein anderer auf einem Löwen, ein Elefant wird besetzt, eine Qualle, eine Rakete, auch ein Kirchendach.
Die Sitzposition vollkommen unaufgeregt – trotz aller Gefahr, die durch die wilden Tiere, die rasante Geschwindigkeit einer Rakete oder die Schwindel erregende Höhe eines Kirchendaches droht.
Aber von Bedrohung keine Spur. Seltsam, diese Kombinationen, absurd und skurril. Nicht zuletzt, weil die Größenverhältnisse der Originale einfach außer Acht gelassen werden: die menschlichen Gestalten jeweils so groß, dass ihr Gegenüber zum Requisit mutiert. Löwe und Elefant werden zu Spielplatzfiguren, zu Kletter- und Streichelobjekten. Die Männer, die auf den Raketen sitzen oder sie wie Wurfgeschosse mit sich tragen, würden in ihren Flugobjekten niemals Platz finden. Ebenso wenig in der Kirche, deren Dach dem Gewicht eines anderen Riesen erstaunlicherweise standhält.
Dagegen hat die Qualle überdimensionale Ausmaße angenommen. Ihre ausgestreckten Tentakel suggerieren schnelle und zielgerichtete Bewegung, die Signalfarbe Rot unterstreicht die damit verbundene Gefahr für die waghalsig positionierte menschliche Gestalt.
Vielleicht kann man bei Daniel Wagenblast von einer Bedeutungsperspektive sprechen  – ähnlich der Kunst des Mittelalters –, bei der die Gewichtung der Figuren und Gegenstände das Größenverhältnis bestimmt.
Und natürlich sind sie von Bedeutung.
Zunächst geht es um den Menschen. Wie eine Spielfigur nicht in Aktion, sondern in eher allgemeingültiger Körperposition festgehalten: stehend oder sitzend, ohne expressive Gestik.  Dabei ist es immer wieder dieselbe Gestalt, die uns begegnet. Kein Individuum, aber vom Künstler mit individuellen Merkmalen ausgestattet: ein Mann mit übergroßen Füßen, kräftigen Gliedmaßen, mit flachem Gesicht, aus dem allein Augenbrauen und Nase wie ein Gebirge hervortreten. Mit einem Mund, wie ihn Kinder malen: mit leicht hochgezogenen Mundwinkeln, die, je nach Lichteinfall, den Ausdruck variieren. Ein Mensch mit äußerst reduziertem Erscheinungsbild.

Denn es geht um grundsätzliche Fragen.
Um das Verhältnis des Menschen zu seinem Gegenüber. Und um die Umkehrung von Verhältnissen.
Die Frage: wer bewegt wen? Bewegen und Bewegtwerden – nicht dasselbe.
Die Frage: wer ist Herr der Lage.
Die Frage nach Herrschen und Beherrschtwerden. Die Machtfrage.
Und dann die Frage nach dem Wohin.
Immer mobil sein, wird verlangt. Aber: die Immobilie als Wertanlage.
Das Verhältnis zwischen Mensch und Natur.
Zwischen Mensch und Technik. Die Faszination der Technologie. Die Faszination des Unmöglichen.
Das Verhältnis zwischen Mensch und Religion.
Himmel und Hölle.
Das Verhältnis zwischen Mensch und Universum.
Die Frage nach Eroberung von Raum und Zeit. Die Sehnsüchte des Menschen.
Die Eroberung von fremdem Raum und fremder Zeit.
Nichts anderes sind die Besuche bei den Nachbarn …
 

GALERIE KONTRAPOST
Stallbaumstr. 14a
04155 Leipzig
Tel: (0341) 5503290
E-Mail

Aktuelle Ausstellung:

CHRISTOPH SANDIG

"Lichteinfall" (Fotografie)

24.08.-30.09.2016

Vernissage: 24.08.16, 20 Uhr

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

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