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Galerie Kontrapost

Skulpturen | Plastiken | Objekte

Birgid Helmy

 

  
    

Birgid Helmy  
"Schwimmerin", 2009, Kunststoff  
   
Birgid Helmy       
"Traceure", 2007, Terrakotta  
   
Birgid Helmy  
"Hockeyspielerinnen", 2005, Kunststoff  
   
Birgid Helmy  
"Skater", 2005, Kunststoff  
   
   

   

Vita

 

1957     

geboren in Wiesbaden

 

 

Studium der Sozialpädagogik an der FH Wiesbaden (Schwerpunkt Theaterpädagogik)

 

 

Kunsttherapeutische Ausbildung an der Kölner Schule für Kunsttherapie 
 

1995

Studium der Bildhauerei an der Akademie für Bildende Künste, Universität Mainz, bei Prof. Christa Biederbick

 

2001

Diplom

Meisterschülerin bei Prof. Christa Biederbick

   

 

Preise

 

2001     

Förderstipendium der Akademie für Bildende Künste, Universität Mainz

 

2002

Mainzer Kunstpreis Eisenturm

 

2006

1. Preis Kunst am Bau Deutsche Botschaft Warschau

 

  
 
Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)

 

1997   

Klasse Christa Biederbick, Landtag Rheinland-Pfalz

 

2000

Kunstverein Mainz

 

2001

Stadt(s)kul(p)tur, Rüsselsheim

 

2002

Wahnsinn, Stadtmauseum Altes Rathaus, Ingelheim

Hessiale, Gießen

Gangart, Bischofsheim

Mainzer Kunstpreis Eisenturm, Mainz

 

2003

Selbst - im weitesten Sinne, Kunstverein Marburg

Art Fair Köln, Galerie Weber

Galerie Weber, Wiesbaden (E)

Dunkle Räume, Kunstverein Rüsselsheim (E)

 

2004

Kunstmesse Wien, Galerie Ulrich Gering

Art Fair Köln, Galerie Weber

Kunstverein Rostock (mit Siegfried Räth) (E)

Tapas, Kunstverein Rüsselsheim (E)

 

2005

Hessiale, Kulturbahnhof Kassel

Galerie für Realismus - Ulrich Gering, Frankfurt / Main (E)

 

2006

Bauverein AG, Darmstadt (mit Rainer Lind und Bruno Feger) (E)
 

 

2007

Cologne Fine Art, Artclub der Büchergilde, Edition Skulptur

Art Fair Köln, Galerie Weber

Nationales Sport- und Olympiamuseum Deutschland, Köln (E)

 

2008

Kunstverein Worms (E)

Kunstforum Rheinhessen, Rathaus der Stadt Mainz

 

2009

Oberfinanzdirektion Hessen, Frankfurt / Main

Galerie Ulrich Gering, Frankfurt / Main (E)

Galerie Pokussa, Wiesbaden (mit Anke Mierzejewska) (E)


 

Öffentliche Ankäufe
  

Stadt Rüsselsheim

Staatskanzlei Hessen, Arbeitszimmer des Ministerpräsidenten

Morgan Stanlay, Frankfurt / Main

Finanzamt, Gelnhausen

Landesgartenschau, Bad Wildungen

Bauverein AG, Darmstadt

Finanzministerium Hessen

Barclays Bank, Frankfurt / Main

Stadt Neuwied

Esculap Klinik, Gießen

Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur Rheinland-Pfalz

Oberfinanzdirektion Hessen

Studienzentrum Rotenburg

 

Werke im öffentlichen Raum
 

Lugnano in Teverina, Italien

VHS Rüsselsheim

Stadttheater Rüsselsheim

Rathaus Rüsselsheim

Rheinufer, Wiesbaden

Skulpturenweg, Landesgartenschau, Bad Wildungen

Dachterrasse des Geschäftshauses ligne roset, Gießen
 

Herzlich willkommen im neuen Jahr, das erklärt wurde zum „Europäischen Jahr der indigenen Völker“, zum „Europäischen Jahr zur Bekämpfung von sozialer Ausgrenzung und Armut“, zum „Internationalen Jahr für die Annäherung der Kulturen“ und schließlich zum „Internationalen Jahr der Biodiversität“.
Die Diversität in der Kunst ist inzwischen nicht mehr zu überschauen – nicht einmal in Leipzig –, so ist es gut, dass man sich konzentriert: auf Skulpturen zum Beispiel!
2010: das ist auch das Jahr der Olympischen Spiele, der Fußball-WM und der totalen Sonnenfinsternis (allerdings nur sichtbar über der Südsee).
Herzlich willkommen also zur ersten Ausstellung 2010 in der Galerie Kontrapost, zur ersten Ausstellung der Bildhauerin Birgid Helmy in Leipzig, die nicht ohne Bezug ist zu all dem Aufgezählten wie auch zu Vorangegangenem:
Birgid Helmy, 1957 in Wiesbaden geboren, studierte – wie die Künstlerin der letzten Ausstellung – Bildhauerei an der Akademie für Bildende Künste an der Universität Mainz bei Prof. Christa Biederbick, deren lebensgroße Polyesterplastiken im Sommer 2008 in dieser Galerie präsentiert wurden.
Erst spät findet sie zur Bildhauerei, beginnt mit 38 Jahren das Kunststudium, nachdem sie Sozialpädagogik studiert hatte, sich im kunsttherapeutischen Bereich weiterbildete und zunächst als Gaststudentin in der Klasse Biederbick angenommen wurde, die sie dann als Meisterschülerin 2002 erfolgreich verlässt.
Umso erstaunlicher die rasche Präsenz ihrer Werke bei Ausstellungen vor allem in Frankfurt, Wiesbaden und Mainz, im Auswärtigen Amt Berlin, regelmäßig auf den Kölner Kunstmessen Art Fair und Cologne Fine Art oder 2007 im Deutschen Sport- und Olympiamuseum in Köln.
2002 erhält sie den Mainzer Kunstpreis Eisenturm, 2006 folgt der 1. Preis beim Wettbewerb Kunst am Bau Deutsche Botschaft Warschau.
Nicht zuletzt die Würdigung ihrer Arbeiten durch zahlreiche öffentliche Ankäufe, z.B. durch die Staatskanzlei Hessen, das Finanzministerium Hessen oder das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur Rheinland-Pfalz.

„Warten auf Antwort“ als Titel dieser Ausstellung.
Jeder kennt dieses Gefühl. Und die Art der vorausgegangenen Frage entscheidet über die Dauer und die Qualität der Wartezeit.
Die Prüfungsfrage.
Oder die Frage: Willst du mich heiraten?
Die Anfrage nach einer Arbeitsstelle.
Die Frage des Richters an den Angeklagten.
Schlimmer die Frage an die Geschworenen.
Die löchernden Fragen eines Dreijährigen.
Die unendlichen Fragen der Wissenschaft, die alles infrage stellt.
Die an den Arzt gerichtete Frage nach der Diagnose.
Der fragende Blick des Sportlers auf die Wertungstafel der Juroren.
Die Frage: Gehen wir zu mir oder zu dir?
Existenzielle Fragen – manchmal auch unangekündigt.
Hamlets ultimative Frage nach Sein oder Nichtsein.
Die rhetorische Frage als einzige, bei der keine Antwort erwartet wird.
Gelegentlich steht eine Frage im Raum.
 

Die Figuren Birgid Helmys als Fragen in die Räume dieser Galerie gestellt. Als Fragen an den Betrachter. Als Aufforderung zur Auseinandersetzung. Birgid Helmy begreift ihre Kunst als Zwiegespräch: der eine Teil des Dialogs von ihr geführt, aber wie er sich entwickelt, hängt von der Rezeption des Betrachters ab.
Hauptthema ist der Mensch, die menschliche Figur. Deswegen sucht Birgid Helmy auch Christa Biederbick als Professorin, da diese – zumindest im westlichen Teil der Bundesrepublik – zu den wenigen Bildhauern gehörte, die figurative Plastik lehrten: mit einer äußerst realistischen Auffassung der Figur, exakt geformt bis ins kleinste Detail.
Birgid Helmys Figuren: realistisch, z.T. lebensgroß in Kunststoff, Gips oder Terrakotta gearbeitet. Der psychisch wie physisch bewegte Mensch, genau beobachtet in seiner Haltung, im ästhetischen Zusammenspiel funktionaler Abläufe. Meistens von schöner Gestalt, aber nicht selten am Rande des Abgrunds: der „Turmspringer“ mit der sichtbaren Spannung bis in die Fuß- und Fingerspitzen, die fliegenden „Skater“ mit den obligatorischen Basecaps, die „Traceure“. Festgehalten in einem Moment totaler Konzentration und Anspannung vor, während oder nach dem Sprung. Und wir dürfen über die glückliche oder unglückliche Landung entscheiden.
Die Überwindung von Höhe, von Distanzen, von Hindernissen, die als solche nicht anerkannt werden wie beim Parkour, der im Frankreich der 80er Jahre begründeten Sportart, bei welcher der Traceur alles, was auf seiner Strecke liegt, aus eigener Körperkraft zu überwinden versucht – und seien es Mauern, Dächer oder Hochhausschluchten.
Höher. Weiter. Schneller. Den Weg von A nach B bewältigen. Den Lebensweg. Die Eroberung von Raum und Zeit. Im Kleinen wie im Großen: es geht immer ums Ganze. Und der Tod springt mit.
Auf der anderen Seite die Konzentration der Künstlerin auf den kleinen Raum. Mit wenigen Figuren inszeniert sie Situationen, Begebenheiten – oder sind es nur Gedanken? Aus dem Alltag gegriffen, aus der alltäglichen Beobachtung oder der alltäglichen Fantasie.
Allein die Tatsache, dass sie sich in alten, im Sperrmüll oder sonst wo aufgetriebenen Vogelkäfigen ereignen, verleiht diesen Installationen groteske Züge.
Der Vogel im Käfig: schon im Römischen Reich ein Zeichen von Luxus, gehalten als Delikatesse für Festbankette oder – wegen seiner Sprachbegabung – zum Unterhaltungskünstler dressiert. Im Mittelalter von den höheren Damen ins Fenster gehängt als Zeichen für die Liebhaber, dass die Luft rein war. Die Bergleute dagegen entführten ihn in die Unterwelt, und wenn der Gesang verstummte, galt es den Stollen schnellstens zu verlassen.
Birgid Helmy dreht den Spieß um – auf subtile Weise und ohne erhobenen Zeigefinger!
Der Papst: wie ein singender Kanarienvogel zum Prestigeobjekt mutiert; der seinem Ball hinterherschauende Golfspieler – nun unfähig, diesem zu folgen; der Fußballspieler, der aus Wut über die Niederlage seine Hose fallen lässt; die Szene einer Ehe, in welcher der eine will, aber nicht darf und der andere darf, aber nicht will, oder umgekehrt; die ältere Frau mit der goldenen Einkaufstasche und dem Blick ins Portemonnaie – nach Aussage der Künstlerin eine „typische Wiesbadenerin“; das Mädchen vor dem von ihm selbst geschaffenen Abbild seines Vaters; der träumende Mann auf einer rosa Luftmatratze; und der andere, der an sich selbst Hand anlegt vor einem Kruzifix mit verbundenen Augen.
Der Betrachter als Voyeur minimalistischer Szenen, durch ein Gitternetz blickend, das die Protagonisten zur Schau stellt und zugleich vor An- und Übergriffen schützt.
Offengelegt die Menschen im dunklen Raum und die dunklen Räume im Menschen. „Zu Hause“ oder „Allein“ – das sind mehr als Fragen. Das ist der Schrei nach Liebe, ein Hilfeschrei!
Das Kommunionkind im Raum – und man sollte sich vorstellen, er wäre dunkel. Das Mädchen im reinen Weiß und mit skeptischem Blick. Mit einer Kerze, die es kaum halten kann und dem Gebetbuch, das ihm aus der Hand zu rutschen droht.
Es liegt an Ihnen, den Faden weiterzuspinnen. Die Fragen sind gestellt.
In diesem Sinne: gute Unterhaltung!

Susanne Ulbrich




 

GALERIE KONTRAPOST
Stallbaumstr. 14a
04155 Leipzig
Tel: (0341) 5503290
E-Mail

Aktuelle Ausstellung:

CHRISTOPH SANDIG

"Lichteinfall" (Fotografie)

24.08.-30.09.2016

Vernissage: 24.08.16, 20 Uhr

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

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