| "Dogville 4/2", 2009, Holz | |
| "Aufstand", 2009, Holz | |
| "Widerstand 8", 2009, Holz | |
| "Der Kampf beginnt 3", 2011, Holz | |
| "Beobachten" (Detail), 2009, Holz | |
| "Abholen", 2009, Holz | |
| "Auf, Mädels!", 2011, PU-Schaum | |
| "Der Kampf beginnt 1", 2011, Holz | |
| "Dogville 4/1", 2009, Holz | |
| "Brüder, an die Waffen", 2011 | |
| "Bühnen (3)", 2009, Holz | |
| "Widerstand (9)", 2009, Holz |
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1981 |
geboren in Halle / Saale |
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2000 |
Freiwilligendienst im Eco-Village Sólheimar í Grímsnesi / Island |
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2005 |
Abschluss der Holzbildhauerlehre an der Berufsfachschule für Holzbildhauerei in Bischofsheim / Rhön |
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2011 |
Diplom an der Hochschule für Kunst und Design Halle - Burg Giebichenstein in der Klasse Bildhauerei / Metall bei Prof. Andrea Zaumseil |
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2005 |
Artbreit, Kunstfest in Marktbreit |
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2006 |
7. Holzbildhauersymposium in Empfertshausen |
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2007 |
Skulpturenweg am Fluss, Halle / Saale |
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2008 |
Artbreit, Kunstfest in Marktbreit Montagn' Art, 2. Symposium sur bois, Thyon - Les Collons, Schweiz |
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2009 |
Jeden Tag, den ganzen Tag, Ausstellung der Klasse Prof. Andrea Zaumseil im Kunsthaus Essen Art Figura, Schwarzenberg 12. internationales Holzbildhauersymposium, Ossana, Italien, 1. Preis der Jury Spreewaldatelier 2009, Bildhauersymposium |
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2010 |
F-Gebilde, Merseburg 2. Bildhauersymposium Lemgo Kein Wet Down, Ausstellungsprojekt der Klasse Prof. Andrea Zaumseil in Kooperation mit Dr. Heiderose Langer, Kunststiftung Erich Hauser, Rottweil 5th International Student Triennal, Marmara University, Faculty of Fine Arts, Istanbul Satt, 37. Kunsttage Detmold |
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2011 |
Resistenzen, Galerie Kontrapost, Leipzig |
Die Skulpturen Daniela Schönemanns behaupten sich im Raum. Sie wollen beachtet werden, machen neugierig, obwohl sie von einstiger Lebensgröße ins kleine Format geschrumpft sind – vielleicht auch gerade deshalb.
Zwei oder drei Protagonisten in Holz, einige in PU-Schaum, manche auf einer Tischplatte installiert, mit Titeln versehen wie „Aufstand“, „Dogville“ oder „Widerstand“.
Es sind immer Frauen, ganz ohne Farbe, ohne Glamour, ohne aufpeppende Accessoires, mit akkurat hergerichteter Frisur. Meist einfach gekleidet in Pulli und Rock oder Hose, manche tragen auch einen Mantel – an der aufwendig zerschnittenen Oberfläche als Pelz zu identifizieren. Ihr Körperumfang kräftig, dabei stetig zunehmend, bis schließlich von Körperstrukturen nichts mehr übrig bleibt, Rundungen durch Fettmasse nivelliert werden und Gliedmaßen zu lächerlichen Anhängseln verkommen. Die Hände, zu Fäusten geballt, in Abwehrstellung und oft erhoben, bleiben erhalten: als sicheres Zeichen, dass mit diesen Damen nicht zu spaßen ist.
Sie sind kampfbereit und fest entschlossen, sich zu verteidigen: ihren Körper, ihren Besitz, ihre Position, ihre Haltung, ihre Ordnung, ihre Ansicht von der Welt, die gerade einmal durch Sessel, Sofa und Teppich definiert ist. Sie sind sperrig, sie widersetzen sich unserer Vorstellung von der Frau als Schönheit, als begehrenswertes Wesen. Sie tragen Schutzanzüge und leisten Widerstand gegen jeden, der ihre Prinzipien in Frage stellt. Zumindest versuchen sie es!
Dabei fordern sie uns heraus! Provozieren uns, diese fettleibigen Weiber, die wohl ärztliche Anweisungen, jegliche Schlankheitskuren und in den Medien allzeit vermittelte Körperideale negieren! Manche nicht mal mehr fähig, sich auf den eigenen Beinen zu halten! Wie ein Käfer auf dem Rücken, vollkommen angewiesen auf fremde Hilfe – bei so viel Energie, die ins Leere rollt …
„Resistenzen“ als Titel der Ausstellung – da denkt man zunächst an Darmbakterien und kapitulierende Antibiotika. Resistenz als die Fähigkeit, negativen, aber auch positiven Einflüssen zu widerstehen.
Widerstand – ein schwieriges Wort, zumindest für Ostdeutsche: wurde es doch in DDR-Zeiten inflationär gebraucht im aufgezwungenen Lern- und Lesestoff der antifaschistischen Heldengeschichten. Dabei bezeichnet es vielfältige Arten persönlicher oder gesellschaftlicher Verweigerung aus geistiger, moralischer oder politischer Überzeugung.
Nonkonformes Handeln!
Widerstand kann aktiv, passiv und sogar gewaltfrei sein, still oder laut, im kleinen oder im großen Rahmen stattfinden, auf der Straße oder in der Wohnzimmerecke, von risikolos bis zur Aufopferung der eigenen Existenz. Es gibt ein Widerstandsrecht und eine Widerstandspflicht. Und laut Hannah Arendt hat „niemand … das Recht zu gehorchen“.
Kunst ist Widerstand. Kunst stellt sich quer und in den Weg, irritiert, hinterfragt, protestiert. Kunst ist kein Plüschsofa. Und so gibt es neben den unzähligen glatt polierten nackten, sich räkelnden weiblichen Plastiken der Kunstgeschichte die Figuren Daniela Schönemanns, die die Komplexität des Begriffs Widerstand thematisieren und in seiner ambivalenten Form hinterfragen – mit Witz und Ironie, einer scharfen Beobachtung zeitgenössischer Verhaltensmuster und gefertigt in einer ganz eigenen künstlerischen Sprache, bei der sich die Liebe zum Detail und der Sinn fürs Große und Ganze die Waage halten.
Wohnzimmerrevolutionen – möglicherweise als Spiegel unserer Wohlstandsgesellschaft, deren Bürger zu übersättigten Konsumenten mutieren, so dass Gestalt und Inhalt durch Masse ersetzt werden – unbeweglich, handlungsunfähig, aber voller potentieller Energie bei der Verteidigung privater Ordnungssysteme: Da liegen Fäuste als präzise gefaltete Handtücher im Regal oder drohen aus pedantisch eingeschlagenen Sofakissen im Leopardenfellimitat – wie eine in die Realitätsebene übertragene Detailansicht aus den kleinen Szenarien, die weit entfernt sind von biedermeierlicher Puppenhausidylle …
Warum darin keine Männer vorkommen, das fragen Sie die Künstlerin einfach selbst!
Susanne Ulbrich
Aktuelle Ausstellung:
VOLKER MÄRZ
"Affenstillstand"
21.03.-11.05.2012
Nächste Ausstellung:
KARL-HEINZ APPELT
"Form. Maß. Sinnlichkeit."
23.05.-20.07.2012
Vernissage: 23.05.12, 20 Uhr