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Galerie Kontrapost

Skulpturen | Plastiken | Objekte

 Christin Müller

 

Christin Muellerx  Mueller, Christinx 
"das weiße kleid", Terrakotta, 2008, H: 65 cm "herzschatten", Terrakotta, 2013, H: 64 cm 
Mueller, Christinx Christin Muellerx 
"schräggeträumt", Terrakotta, 2008, H: 38 cm

"kleine stehende", Terrakotta, 2012 

 

Vita

 

1974

geboren in Dohna (Sachsen)

1999-2002            

Ausbildung zur Keramikerin in Landshut

2002-2009

Kunststudium für keramische Plastik an der Burg Giebichenstein
Halle bei Prof. Antje Scharfe, Prof. Karl Fulle, Prof. Martin Neubert und Prof. Bernd Göbel

2009

Diplom

 

 

Ausstellungen

 

2001                   

Preis von Danner-Stiftung zum Thema „Lüftungselement und Giebelwand

2002

Tierschutz-Preis für Pferdeplastik (Gesellenstück)

2005

Ausstellungsbeteiligung „Art meets Science“ Physikalisch-Technische Bundesanstalt Berlin

2007

Ausstellungsbeteiligung Zeughausmesse Berlin

Ausstellungsbeteiligung Schloss Rheinsberg

2008

Ausstellungsbeteiligung „flügge“ Schloss Wallhausen

2009

Graduiertenstipendium des Landes Sachsen-Anhalt

Anerkennung zum Kunstpreis der Stiftung der Saalesparkasse Halle

Ausstellungsbeteiligung Keramik-Biennale

Kapfenberg „at the moment“
 

2010

Ausstellungsbeteiligung zu den Merseburger Filmtage im Kunsthaus „Tiefer Keller“

Ausstellungsbeteiligung „Graduiert“ in der Galerie im Volkspark Halle

Ausstellungsbeteiligung zum Kunstpreis im Kunstforum Halle

Ausstellung in der Zeitkunstgalerie Born

Preis für Wettbewerb zum Kunstobjekt vor dem Martha-Maria Krankenhaus Halle-Dölau

Ausstellung „Galerie im Moor“ bei Worpswede

2011

Ausstellung in der Zeitkunstgalerie Born

Ausstellung „KUNST im blauen haus“ Frankfurt Main

2012

Ausstellung in der Zeitkunstgalerie Halle

Ausstellungsbeteiligung Schloss Dornburg

Stipendium der Kunststiftung Sachsen-Anhalt

Ausstellungsbeteiligung in der Zeitkunstgalerie Born

   

Christin Müller wurde 1974 in Dohna, einem Ort im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, geboren. Vielleicht ist es die Nähe zu Bergen, Tälern, Steinen und Felsformationen, die ihren Blick für den Raum, das Räumliche, die dritte Dimension schärft und eine Vorliebe für natürliches Material entstehen lässt. So absolviert sie zunächst eine Ausbildung zur Keramikerin und studiert anschließend – von 2002 bis 2009 – keramische Plastik an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle bei den Professoren Antje Scharfe, Karl Fulle, Martin Neubert und Bernd Göbel.
Christin Müller kann nicht nur auf zahlreiche Ausstellungen z.B. in der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt Berlin, im Schloss Rheinsberg, im Schloss Wallhausen, im Schloss Dornburg, auf dem Darß, in Halle oder Frankfurt am Main verweisen, sondern erhält auch Auszeichnungen oder Förderungen wie das Graduiertenstipendium des Landes Sachsen-Anhalt und die Anerkennung zum Kunstpreis der Stiftung der Saalesparkasse Halle 2009, den Preis im Wettbewerb zum Kunstobjekt vor dem Martha-Maria-Krankenhaus Halle-Dölau 2010 und ein Stipendium der Kunststiftung Sachsen-Anhalt 2012. Das ist bemerkenswert, hat doch Keramik einen schweren Stand in der Kunstszene: immer im Spagat zwischen angewandter und freier Kunst und als Terrain kreativer Hausfrauen mit leiser Verachtung belächelt: zu Viele mit einem Tonklumpen in der Hand, die den Beuys`schen Ausspruch („Jeder Mensch ist ein Künstler“) wörtlich nehmen.
Wie sich davon absetzen? Eine eigene, eine anspruchsvolle Sprache entwickeln auf einem Gebiet, das zum ältesten schöpferischen Betätigungsfeld der Menschheit gehört? Seit prähistorischer Zeit werden Objekte aus Ton geformt: Tierfiguren, Menschenstatuen und Gottheiten, als Grabbeigaben, Weihgeschenke, zur Ausschmückung des eigenen Heims, zur Ausstattung von Kirchen und Palästen, zur Dekoration, zur Demonstration religiöser oder weltlicher Macht – mit einigen künstlerischen Höhepunkten z.B. in China, Indien, Griechenland oder Italien.

„Scherbenversiegelt“ als Titel dieser Ausstellung. Im Internet führt dieses Wort zu den Umlaufbahnen des Saturn in einem Gedicht von Paul Celan und eröffnet den Raum für Assoziationen konträrer Begriffe wie Unendlichkeit und Begrenzung, Weite und Dichte, Schwerelosigkeit und Schwerkraft. Aber was hat das mit Terrakottaplastik zu tun?!

Der Scherben – das ist der zur Verarbeitung geeignete Ton oder das mit Schamotte angereicherte Tongemisch, die Werkstoffmasse also sowohl vor als auch nach dem Brand. Der Scherben kann grob- oder feinkörnig, porös oder dicht sein in einer Farbe zwischen Gelb, Rot, Braun, Grau oder Schwarz. In seinen Eigenschaften am besten erkennbar, wenn er zu Bruch geht.
Die Scherben antiker Keramiken, Überreste längst vergangener Zeiten und wieder zusammengesetzt zum ursprünglichen Ganzen – wenn auch lückenhaft –, veranlassen Christin Müller 2006 zur Frage nach dem Sinn der Wiederherstellung von Zerstörtem, nach dem Sinn des Wiederauflebens. Sie beginnt, aus Bruchstücken, aus abgeformten, aus gedrehten Zylinderteilen Fragmente hohler, menschlicher Körper zu bilden, die in ihrer Wirkung an gebrochene Gefäße erinnern. Dabei entwickelt sie eine Technik, die ihr bis heute als Gestaltungsprinzip dient: eine Körperhülle, aus einzelnen Teilen zusammengefügt, wird von einem gerüstartigen Unterbau getragen, der jedoch nicht im Verborgenen bleibt, sondern über seine konstruktive Funktion hinaus in Erscheinung tritt und eine eigene Ästhetik entfaltet.

Was wir zuerst wahrnehmen, sind Relikte menschlichen Daseins, Männer- und Frauengestalten, kniend, hockend, sitzend, stehend oder „vorsichtig schreitend“ – auch wenn das manchmal nur zu erahnen ist. Es sind – mit wenigen Ausnahmen – eher Torsi als Körper, die Gliedmaßen knapp angedeutet oder auch nur der Ort, der für sie vorgesehen war. Es bleibt dem Betrachter überlassen, das Werk zu vervollständigen, zum Ganzen zu fügen, die Stellung eines Beins zu erkennen oder die Drehung eines Kopfes, auch wenn diese nicht präsent sind, den Kontrapost zu erfassen und die potentielle Bewegung der Figuren. Aus Bruchstücken geschaffen und zerbrechlich – nicht nur in ihrer äußeren Erscheinung – bilden sie doch keine gebrochenen Gestalten. Ihr klarer Kontur gibt ihnen Haltung, lässt sie eine Position einnehmen, Stellung beziehen.
Nichts wird vorgetäuscht, alles offengelegt, der Blick durch Risse und Öffnungen der Oberfläche ins Innere geführt: in einen dunklen Raum, den es zu erkunden gilt in seinem Wechselspiel zwischen Volumen und Fläche, Leere und Materie, Rundungen und scharf geschnittenen Kanten, Senk- und Waagerechten, Durchbrüchen zum Licht und finsteren Höhlungen, die im Ungewissen enden und ein letztes Geheimnis bewahren.

Und die Frage kommt auf nach dem Wesen, nach der Substanz, nach Vergänglichkeit und Beständigkeit, nach Unendlichkeit, nach dem, was war und was bleibt.

Susanne Ulbrich 

Presseartikel: www.jens-kassner.de/wp-content/uploads/2013/05/lvz_10042013.pdf

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