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Galerie Kontrapost

Skulpturen | Plastiken | Objekte

 Michael Jastram

 

Jastram, Michaelx Jastram, Michaelx 

"Mondwagen", 2006, Bronze, Foto: Martin Adam 

"Fahnenwagen", 2004, Bronze, Foto: Martin Adam 

Michael Jastramx Michael Jastramx 
"Bote", 2011, Bronze, Foto: Julia Nowak  "Sitting Bull", 2012, Bronze  

 

Vita

1953               

geboren in Berlin

1976 - 78

Abendstudium an der Kunsthochschule Berlin, Bereich Bildhauerei

1979 - 84

Studium an der Kunsthochschule Berlin, Sektion Bildhauerei / Plastik, Abschluss mit dem Diplom

seit 1984

freischaffender Bildhauer in Berlin

1984

Antrag auf Ausbürgerung nach Berlin / West

1989

Ausbürgerung

Studienreise nach Italien

Honorartätigkeit als Bildhauer an der Deutschen Oper Berlin

1992

Künstlerischer Ausbilder von Theaterplastikern an der Deutschen Oper Berlin

Stipendium des "Maison des Cultures Frontiers", Frankreich

Studienreise nach Dänemark / Projekt "Grundsömagle Kirke"

1994

Studienreise nach Schottland und Japan

1995, 1998, 2001                    

Studienreisen in die USA

2003

Dozent für Plastik an der Artschool-International, Berlin

2004

VISTA-Kunstpreis

   

 

Arbeiten im öffentlichen Raum und in Sammlungen (Auswahl)

Norddeutsche Landesbank, Hannover, Schwerin, Hamburg, Singapur

 

Debis Haus, Berlin

 

Städtische Kunsthalle Mannheim

 

GASAG, Berlin

 

Wohnungsbaugesellschaft "Neues Berlin", Berlin

 

Deutscher Bundestag

Verbindungsbüro des Deutschen Bundestages, Brüssel

 

Unfallkrankenhaus, Berlin

 

La Maison des Cultures Frontiers, Frankreich

 

Senatsverwaltung für Kultur, Berlin

 

Sammlung Ariane Elkins Juliani. Sao Paulo, Brasilien 

 

  

Ausstellungen (Auswahl)

seit 1986 Ausstellungen im In- und Ausland, u.a.:

 

Galerie Eigen + Art, Leipzig

Deichtorhallen, Hamburg

Kunstsammlungen Dresden

La Maison des Cultures Frontiers, Frankreich

Norddeutsche Landesbank, Hannover

Kunsthistorisches Museum, Magdeburg

Staatliches Museum, Schwerin

Parlamentarische Gesellschaft, Bonn

Montserrat Gallery, New York, USA

Montague Gallery Art 54, New York, USA

Galerie Liebau, Burghaun/Fulda

Language Pacifica, Palo Alto, USA

Galerie am Prater, Galerie im Pferdestall/Kulturbrauerei, Berlin

Paul-Löbe-Haus (Bundestag), Berlin

Galerie Walter Bischoff, Berlin

Galleri Kunstnerhus Silkeborg, Dänemark

Galerie Beyer, Dresden

Schloss Reinbek

Galerie Leo.Coppi, Berlin

Internationaler Club im Auswärtigen Amt, Berlin

Galerie Born, Born

Galerie Petra Lange, Berlin

Galerie Wild, Zürich, Schweiz

 

Der Name Jastram steht für dreidimensionale Kunst: Skulptur und Plastik. Eine ganze Familie, die sich ihr widmet – in Bronze oder Holz und jeweils in einer eigenen Sprache, die keinem Mainstream folgt.
Michael Jastram, als Sohn des Bildhauers und Bildhauerprofessors Jo Jastram 1953 in Berlin geboren, studierte an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee in der Sektion Bildhauerei / Plastik bei seinem Vater. Seit 1984 arbeitet er als freischaffender Künstler in Berlin, bis 1989 im Osten – allerdings wegen seines Antrags auf Ausbürgerung mit dem Verbot von Einzelausstellungen belegt – und nach seiner Ausbürgerung, auf die er fünf Jahre warten musste, im Westen der Stadt, zunächst als Bildhauer an der Deutschen Oper, dann als künstlerischer Ausbilder von Theaterplastikern am selben Haus.
Nach seiner frühen Begeisterung für das Werk Marino Marinis führte ihn seine erste Studienreise 1989 nach Italien; andere nach Frankreich, Dänemark, Schottland, Japan, Griechenland und mehrere in die USA folgten.
Auf zahlreichen Ausstellungen u.a. in den Kunstsammlungen Dresden, in den Deichtorhallen Hamburg, im Kunsthistorischen Museum Magdeburg, im Staatlichen Museum Schwerin, in der Parlamentarischen Gesellschaft Bonn, im Internationalen Club im Auswärtigen Amt Berlin, im Schloss Güstrow, im Schloss Reinbek oder in namhaften Galerien in Berlin, Zürich und New York machte er sich einen Namen.
Viele seiner Arbeiten befinden sich im öffentlichen Raum bzw. in Sammlungen, zum Beispiel im Deutschen Bundestag, im Verbindungsbüro des Deutschen Bundestags in Brüssel, in der Senatsverwaltung für Kultur in Berlin, in der Städtischen Kunsthalle Mannheim, in der Norddeutschen Landesbank Hannover, Schwerin, Hamburg und Singapur.
„Plastik und Zeichnung“. Der Titel der Ausstellung kommt ganz lapidar, ohne spektakuläre Worte, ohne Anglizismen. Trotzdem wird man aufmerksam auf die seltsame Konstruktion, die die Einladungskarte zeigt: ein einfacher Wagen in Bronze, 104 cm hoch, reduziert auf das Wesentliche: vier Räder an zwei Achsen, die durch einen Steg miteinander verbunden sind. Kein Motor, keine Pedale, keine Deichsel zum Ziehen. Dafür ragen vom Zentrum aus zwei riesige dünne Stangen empor, die jeweils in einem rechteckigen, starren, segelartigen Gebilde enden. Auf der hinteren Achse sitzt eine im Verhältnis zum Wagen kleine menschliche Figur. Scheinbar wartet sie darauf, dass sich etwas bewegt, ein Sturm kommt und die Sache in Fahrt gerät – ohne Einfluss darauf zu haben, wohin die Reise geht: kein Steuer, kein Ruder.
„Sein Fähnlein in den Wind hängen“, fällt einem zunächst ein. Aber hier flattern keine Fahnen. Wie messerscharfe Klingen ragen sie in den Raum, scheinen die Luft zu zerschneiden. Was sollte der Wind ausrichten und antreiben können mit Hilfe der Fahnen, die sich doch in jede Richtung drehen – und eben keine Segel sind.
Die Fahne – althochdeutsch „fano“, gekürzt aus „gundfano“: Kampftuch – ein Stoffstück als Kampf- und Siegeszeichen, als Hoheitszeichen oder Herrschaftssymbol, als Zeichen der Zugehörigkeit, als Zeichen militärischer Treue. Getragen zu Appellen und Aufmärschen, Aufzügen und Abgängen. Auf Turmspitzen befestigt, manchmal auf Halbmast gesetzt, aus dem Fenster gehängt oder – immer häufiger – aus dem Auto. Weit oben am Mast eines Wagens angebracht macht sie diesen zum Fahnenwagen, „Karrasche“, ital. „caroccio“. Von vier Stieren gezogen hat man ihn in mittelalterlichen Schlachten zur Repräsentation der Stadt mitgeführt – als Wegweiser, als Sammelpunkt, als Befehlszentrale. Wurde er vom Feind gekapert oder auch nur umgestoßen, war die Schlacht verloren.
Aber dieses Fuhrwerk hat kein Zugtier und die einsame Figur nichts gemeinsam mit einem Repräsentanten, einem Stadtoberhaupt, einem Heeresführer, einem alles beherrschenden Wagenlenker, einem Sonnengott, der mit seinem Wagen über den Himmel donnert – oder einem Superstar in schwarzer Limousine.
Die auf den ersten Blick leicht zu erfassende Komposition hat einen Haken. Wie alle Werke Michael Jastrams versperrt sie sich einer einfachen oder vordergründigen Interpretation, nimmt sie Bezug auf das komplexe menschliche Dasein und leitet sie – im Idealfall – den Betrachter zur Auseinandersetzung mit sich selbst.

Die Arbeiten des Bildhauers setzen sich aus wenigen und ganz konkret zu bezeichnenden Elementen zusammen. Da ist zunächst der Mensch, der – abgesehen von Tieren wie Stier oder Pferd – organisches Leben verkörpert, oft als einsame Gestalt, sitzend oder stehend, manchmal in Schwindel erregender Höhe balancierend. Die Bühne für seinen Auftritt bilden entweder architektonische Konstruktionen wie Haus, Turm, Treppe oder Brücke, oder Mobilität ermöglichende Vorrichtungen wie Rad und Wagen. Miteinander kombiniert, formieren sie sich zu einer oft ins Absurde gesteigerten Welt: da führt eine unverhältnismäßig lange Treppe zum klitzekleinen Haus, zum scheinbar endlosen Turm oder noch weiter nach oben in „Stairway to Heaven“, da ist das massive Haus auf Räder gebaut als „Berliner Haus“ oder „Motorhome“, somit nicht mehr immobil, sondern überall – oder nirgends? – „zu Hause“, ein anderes auf Stelzen errichtet und nur unter waghalsigem Einsatz zu erreichen, da sind diverse Wagenvariationen, die Irdisches und Himmlisches transportieren, wie „Brückenwagen“, „Fahnenwagen“, „Drei-Räder-Wagen“, „Drei-Häuser-Wagen“, „Mondwagen“, „Sonnenwagen“, „Asiatischer Wagen“, „Pacific Wagon“ oder „Sunset Wagon“. Ein ganzer Kosmos, den der Mensch weniger als agierendes, vielmehr als ein in Erwartungshaltung verharrendes Wesen für sich beansprucht.
Das narrative Moment dieser Szenerien breitet sich erst im Kopf des Betrachters aus: mit minimalen Verweisen schafft Michael Jastram einen Raum für Assoziationen, die – zu Ende gedacht – an einen Punkt führen, der existenzielle Fragen aufwirft: das soziale menschliche Gefüge, Isolation, die Suche nach Geborgenheit, nach Heimat vielleicht, die Frage nach dem Woher und Wohin, nach dem Sinn menschlichen Aufbrechens, Aufsteigens, Aufstrebens, nach Größe und Maß, nach dem Sinn stetigen Wachstums und dem Problem, einer Sache (noch) gewachsen zu sein, nach dem Sinn menschlichen Lebens in den ewigen Bahnen des Mondes – und im immer wiederkehrenden Auf und Ab der Sonne, die sich die kleine Figur in ihren Wagen und Michael Jastram ins Atelier holt, um den Winter zu überstehen ....

Susanne Ulbrich
 

GALERIE KONTRAPOST
Stallbaumstr. 14a
04155 Leipzig
Tel: (0341) 5503290
E-Mail

Aktuelle Ausstellung:

CHRISTOPH SANDIG

"Lichteinfall" (Fotografie)

24.08.-30.09.2016

Vernissage: 24.08.16, 20 Uhr

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

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