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Galerie Kontrapost

Skulpturen | Plastiken | Objekte

 Klaus Hack

Hack, Klausx Hack, Klausx

"Babel", 2012/13, Pappelholz, weiß gefasst, 

198,5 x 67 x 39 cm, Foto: Bernd Borchardt  

Foto: Bernd Borchardt 
Klaus Hack, Holzskulptur, Skulptur, Turm, Babel, Kleid, Schreikleid, Reifrockx  Hack, Klausx 

"Schreikleid auf Sockel, 2007/08, Ahorn,

weiß gefasst, 114 x 24 x 24,5 cm 

"Babelaltar", 2010/13, Pappel, weiß gefasst,

122 x 76 x 14 cm 

   

Vita

1966           

geboren in Bayreuth 

1989-91 

Akademie der Bildenden Künste Nürnberg 

1991-95 

Hochschule der Künste Berlin, Abschluss als Meisterschüler 

1995 

NaFöG-Stipendium des Senats für Wissenschaft, Forschung und Kultur

1996 

Stipendium für bildende Kunst der Kulturstiftung Offenburg 

1997 

Stipendium der Stiftung Kulturfonds 

1998 

Arbeitsstipendium Künstlerhaus Ahrenshoop

Kunstpreis des Landes Brandenburg 

1999

Kunstpreis der Stadt Limburg 

2004-05 

Lehrauftrag für Bildhauerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

2005 

Lothar-Fischer-Preis für Bildhauerei 

2010 

Friedrich-Baur-Preis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, München 

   
   

Arbeiten in öffentlichen Sammlungen

Museum Beelden aan Zee, Scheveningen, Niederlande
Willy Brandt Haus, Berlin
Städtisches Kunstmuseum Spendhaus, Reutlingen
Berlinische Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Berlin
Museum der Stadt Füssen
Kunsthalle Mannheim
Bayerische Staatsgemäldesammlung
Städtische Galerie Tuttlingen
Städtische Kunstsammlungen Schweinfurt
Staatskanzlei Potsdam
Sammlung der IG Metall, Frankfurt/Main
Museum Junge Kunst, Frankfurt/Oder
Universität Enschede, Niederlande
Sammlung der Berliner Wasserbetriebe
Sammlung der Landesbank Berlin
Bundesministerium für Verteidigung, Bendlerblock, Berlin
Städtische Galerie Offenburg
Museum Lothar Fischer, Neumarkt/Oberpfalz
Sammlung EON Ruhrgas
Museum Kunstpalast, Düsseldorf
Städtische Galerie im Cordonhaus, Cham
Kunstmuseum St. Annen, Lübeck

Klaus Hack wurde 1966 in Bayreuth geboren. Die frühe Begegnung des Achtzehnjährigen mit einigen Skulpturen Ernst Ludwig Kirchners im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg führte zunächst zum Kauf einer Postkarte, nach deren Vorlage Klaus Hack das Werk des Expressionisten nachbildete – also zu ersten ernsten Versuchen plastischen Gestaltens, die in ihm schließlich den Wunsch aufkommen ließen, Bildhauer zu werden. Er studierte von 1989-91 bei Prof. Wilhelm Uhlig an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg und wechselte dann an die Hochschule der Künste Berlin zu Prof. Rolf Szymanski und Prof. Lothar Fischer. Schon ein Jahr nach dem Abschluss als Meisterschüler konnte er seine frühen Arbeiten 1996 auf einer Einzelausstellung im Georg-Kolbe-Museum in Berlin zeigen. Die darauf folgenden zahlreichen Präsentationen und Ausstellungsbeteiligungen sprechen für die Produktivität des Künstlers, die Orte an sich für ein zeitiges Ankommen auf dem hart umkämpften Kunstmarkt: Kunsthalle Nürnberg, Städtische Museen Heilbronn, Gerhard-Marcks-Haus in Bremen, Kunsthalle Marburg, Kunsthalle Erfurt, Kulturspeicher Oldenburg – um nur wenige herauszugreifen.
Ausgezeichnet mit dem Kunstpreis des Landes Brandenburg, dem Kunstpreis der Stadt Limburg, dem Lothar-Fischer-Preis und dem Friedrich-Baur-Preis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste befinden sich seine Werke in Museen und öffentlichen Sammlungen, z.B. im Willy Brandt Haus Berlin, in der Berlinischen Galerie, im Bundesministerium für Verteidigung, in der Kunsthalle Mannheim, in der Bayerischen Staatsgemäldesammlung, im Museum Junge Kunst Frankfurt / Oder, in der Sammlung der IG Metall in Frankfurt / Main, im Museum Lothar Fischer in Neumarkt / Oberpfalz, im Museum Kunstpalast Düsseldorf.
Zunächst geht es um die Form, um plastische Lösungen in der bildhauerischen Auseinandersetzung mit Masse, Raum, Volumen, Proportion, Licht und Schatten.
Klaus Hack entwickelte dabei eine eigene, unverwechselbare künstlerische Handschrift. Im Unterschied zu seinen Lehrern bleibt er ausschließlich dem Holz verbunden, das er nie als dekoratives Material, sondern als Werkstoff versteht, das er seinen Gestaltungsabsichten unterwirft, das er aushöhlt und durchlöchert, das sich biegen und dem Willen des Künstlers beugen muss – auch mal entgegen der Schwerkraft oder der vorgegebenen Richtung des Stammes –, das er mit weißer Farbe überzieht, um dessen Maserung, die grafischen Strukturen, zurückzunehmen und die Plastizität der Objekte zu steigern.
Unter den Holzbildhauern, die sich entweder der realistischen, expressiven oder abstrakten Darstellung des Menschen widmen, besetzt er eine besondere Position: Er schafft Artefakte im Spannungsfeld zwischen Figuration und Abstraktion, konstruktivem Aufbau und berührender Expressivität, zwischen grob angelegtem Gesamtvolumen und filigran ausgearbeiteter Fläche.
Bei aller Konzentration auf die Form geht es doch um den Menschen – auch wenn dieser nicht immer auf den ersten Blick als solcher zu identifizieren ist: die Körperteile zurückgeführt auf geometrische Figuren wie Kubus, Kegel und Kugel, im Spannung erzeugenden Wechsel von Horizontale und Vertikale, mit einem Kopf, der sich manchmal nur durch den Verweis auf zwei Augen oder zwei Zöpfe als Haupt zu erkennen gibt, sich demnach gesichtslos – oder entindividualisiert – in die Gesamterscheinung integriert, falls er nicht durch einen gewaltigen Schrei ausbricht: Angstschrei, Hilfeschrei, Freudenschrei, Kraftschrei, stummer Schrei – als weit aufgerissener Mund, der doch nur eine Kuhle ist.
Reduziert bis auf ein Minimum anthropomorpher Strukturen stehen Wesen im Raum, die in ihrem Aufbau zugleich an architektonische Gebilde erinnern.
Es geht um das Verhältnis von Körper und Hülle, Innen und Außen, Sein und Schein.
Das Kleid – nicht ausschließlich als Hinweis auf die weibliche Figur, nicht als das „kleine Schwarze“, sondern als zweite Haut des Menschen, als Inbegriff der äußeren Abgrenzung – wird zum Reifrock, zum Gitter, gibt dem Ganzen einen Halt, erstarrt in seinem Faltenwurf und verwandelt sich in eine Fassade mit zahllosen Fenstern, gewährt Einblicke, bietet Schutz, verschafft sich Raum, baut sich auf zu einem Turm, bis auch die letzten menschlichen Relikte einer bekrönenden Spitze weichen: „Babel“.
„Babel“ als Titel dieser Ausstellung – hebräisch für Babylon, die Hauptstadt Babyloniens, von der Herodot im 5. Jahrhundert v. Chr. schwärmt, „sie überragt an Schönheit jede andere Stadt, die wir kennen“ (zit. nach Prof. Dr. Eva Cancik-Kirschbaum, „Babylon – Dimensionen einer Stadt“, 2009). Babel – das „Tor Gottes“. Der Turmbau zu Babel – höchst spektakulär und für alle Zeiten eingegangen in die Geschichte als Symbol menschlicher Hybris und Maßlosigkeit. Dabei war das noch gar nichts gegen den Burj Khalifa von 2010!
Der Turm führt immer in den Himmel. Er ist Wegweiser und Verbindung zu göttlichen Sphären. Wer die Plattform der altmesopotamischen Stufentürme erreichte, war nicht mehr von dieser Welt. Der Turm als Lichtort, der Leuchtturm auf frühchristlichen Grabsteinen als Sinnbild für den himmlischen Hafen, der Turm als Zeichen mittelalterlichen Jenseitsstrebens in den gotischen Kathedralen, als Macht- und Statussymbol in Gestalt des Geschlechterturms in der italienischen Renaissance, der geistige Elfenbeinturm schließlich als immaterieller Ort weltfremder Abgeschiedenheit.
Bei allem arroganten Gehabe solcher Bauten beeindrucken sie uns, staunen wir über die technischen Fähigkeiten der alten Baumeister und der zeitgenössischen Ingenieure – und
über die Kunst, dem klobigen Holzstamm durch konsequente Auflösung der Oberfläche in unzählige winzige, exakt ausgeschnittene Hohlräume Leichtigkeit und anmutige Eleganz abzuringen, selbst im unmittelbar bevorstehenden Moment des Kippens.
„Auf der Lauer“ sein oder mit der „Figurine auf hohem Sockel“ das „Orakel“ befragen, in den „Spiegel“ schauen und die „Innenwelt“ erkennen, als „Kreuzritter“ das „Schutzkleid“ begehren, einen „Kleinen Durst“ löschen oder sich im „Zaubergarten“ verwandeln lassen – nicht ohne den „Kleinen Schrei“ zu hören ...

Susanne Ulbrich
 

GALERIE KONTRAPOST
Stallbaumstr. 14a
04155 Leipzig
Tel: (0341) 5503290
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