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Galerie Kontrapost

Skulpturen | Plastiken | Objekte

 Richard Paul Mészáros

Mészáros, Richard Paulx  
"Der goldene Käfig", Holzschnitt auf Holzrelief  
   

 

Richard Paul Mészáros Holzschnittx  
Richard Paul Mészáros Holzschnittx   
Richard Paul Mészáros Holzschnittx   
Richard Paul Mészáros Holzschnittx   
Richard Paul Mészáros Holzschnittx   
Richard Paul Mészáros Holzschnittx   
Richard Paul Mészáros Holzschnittx   
Richard Paul Mészáros Holzschnittx   
Richard Paul Mészárosx   
Richard Paul Mészáros Holzschnittx   
Richard Paul Mészáros Holzschnittx   
Richard Paul Mészáros Holzschnittx   
Richard Paul Mészáros Holzschnittx   
   

 

Vita

1984

geboren in Nordhausen, aufgewachsen in Ungarn

2002 - 2007   

Studium an der Ungarischen Universität für Bildende Künste Budapest

2007

Diplom Druckgrafik

   

 

Ausstellungen (Auswahl)

2004                        

Teilnahme an der Barcsay Ausstellung in Budapest (Ungarn)

Teilnahme an der Internationalen Biennale für junge bildende Künstler in Szentendre (Ungarn)

2005            

Teilnahme an der Ausstellung „Piranesi” in Budapest (Ungarn) 

2006

Teilnahme an der Ausstellung „Meister der Grafik”, organisiert durch die Ungarische Universität für Bildende Künste Budapest (Ungarn) 

Ausstellung an der Fachmittelschule für Bildende Künste Szombathely (Ungarn)

Ausstellung in Sárvár (Ungarn)

Teilnahme an der XXIII. Grafikbiennale Miskolc (Ungarn)

Teilnahme an der Ausstellung anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Sektion Grafik in Budapest (Ungarn)

2007 

Teilnahme an der Ausstellung der besten Diplomarbeiten des Jahres 2007 in Ráckeve (Ungarn) 

Teilnahme an der Ausstellung der besten Diplomarbeiten des Jahres 2007 in Budapest (Ungarn)

Teilnahme an der Ausstellung für Bildende Künste anlässlich des 150. Jahrestages des Erscheinens des Gedichtbandes von Baudelaire (Literaturmuseum Petőfi, Budapest) (Ungarn)

2008 

Ausstellung an der XXIV. Internationalen Grafik Biennale in Miskolc (Ungarn) 

Ausstellung an der Ungarischen Akademie in Rom (Italien)

I. Ars Pannonica Biennale in der Kunsthalle Szombathely (Ungarn)

BohArt Ausstellung in Borzano (Italien)

2009                                                 

Austellung in der Kunst Galerie Szombathely (Ungarn) 

Museum Savaria Szombathely (Ungarn)

Teilnahme an der Internationalen Grafik Biennale in Győr (Ungarn)

2009-2010                         

Teilnahme an der Internationalen Print Triennale Krakow (Polen) ausgestellt in: Krakow, Katowice, Oldenburg, Wien

2010 

Ausstellung in der Kunst Galerie Sárvár (Ungarn) 

II. Ars Pannonica Biennale Ausstellung in der Kunsthalle Szombathely (Ungarn)

2011 

15th Tallinn Print Triennial (Estland) 

eingeladener Künstler der XXV. International Print Triennial Miskolc (Ungarn)

2012-2013 

Internationalen Print Triennale Krakow (Polen) ausgestellt in Krakow(Polen), Wien(Austria) und Istanbul(Turkey) 

2013 

Ausstellung der BBKL „Halle C01 – onLINE” Leipzig 

Nordhäuser Grafik Preis 2013 Nordhausen

Ausstellung „Es ist an der Zeit” 4D-Projektort des BBKL e.V. Leipzig

Ausstellung in der Salve Art Gallery Leipzig

2014 

Ereignis Druckgraphik 6, Halle C01 Tapetenwerk, Leipzig 

   
   

 

Preise

2006                           

Sonderpreis des 100-jährigen Bestehens der Sektion Grafik in Budapest (Ungarn)

2007                

Sonderpreis für die beste Diplomarbeit des Jahres von der Landesorganisation der ungarischen Künstler (MAOE) (Ungarn)

Städtischer Preis Ráckeve für visuale Kunst, sowie Preis der Landesorganisation der ungarischen Künstler (MAOE) (Ungarn)

Kondor Béla Preis, Sonderpreis der Ungarischen Universität für Bildende Künste Budapest (Ungarn)

2008

Preis der I. Ars Pannonica Biennale Szombathely (Ungarn)

Gewinn eines dreimonatigen Stipendiums in Rom des Ungarischen Lektorats für Bildende Künste (Ungarn-Italien)

2009                      

zweimonatiges Stipendium in Leipzig, Baumwollspinnerei,
HALLE 14, Zentrum für zeitgenössische Kunst

2014

sechsmonatiges Arbeitsstipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen im Bereich Bildende Kunst

   

Vielleicht haben Sie sich über das zweite Wort im Ausstellungstitel gewundert: „Kötelezően“. Es weist neben seiner deutschen Übersetzung – „zwangsweise“ – darauf hin, dass Richard Paul Mészáros zwei Nationalitäten in sich trägt: 1984 in Nordhausen geboren, wächst er als Sohn einer Deutschen und eines Ungarn zweisprachig in Ungarn auf, identifiziert sich jedoch weder mit dem einen noch mit dem anderen Land, lebt als Mensch zwischen den Welten. 2002 beginnt er ein Kunststudium an der Ungarischen Universität der Bildenden Künste Budapest, das er 2007 mit dem Diplom im Bereich Druckgrafik abschließt.
Ausgezeichnet von der Landesorganisation der ungarischen Künstler mit dem Sonderpreis für die beste Diplomarbeit des Jahres sowie mit dem Kondor Béla-Preis der Ungarischen Universität der Bildenden Künste Budapest macht er sich – gefördert durch Stipendien – auf nach Italien, zu einer Studienreise nach Rom und schließlich nach Leipzig, in die Baumwollspinnerei, ins Zentrum für zeitgenössische Kunst HALLE 14. Er bleibt hier, wird – neben seiner Zugehörigkeit zu ungarischen Künstlerorganisationen – Mitglied im Bund der Bildenden Künstler Leipzig.
Mit regelmäßigen Ausstellungen in Ungarn, Polen, Estland, Italien und Deutschland – meist sind es Grafik-Biennalen oder -Triennalen – macht er aufmerksam auf seine Arbeiten, in denen er sich bezüglich der Technik dem Holzschnitt widmet – „der Kunst, eine Zeichnung in eine Holzplatte zu schneiden“ (Kunst-Brockhaus, Bd. 4, 1987). Alles überschüssige Material wird ausgehoben und die nun erhabene Linie oder Fläche eingefärbt und gedruckt. Hervorragend geeignet, um Bilder unbegrenzt zu vervielfältigen, um Bücher mit Illustrationen zu schmücken – wie im 15./16. Jahrhundert –, um eine Edition aufzulegen, wie es im heutigen Kunstmarkt heißt.
Doch Richard Paul Mészáros entscheidet sich gegen die Masse: wie in der Malerei jedes Bild nur einmal existiert, schafft er mit jedem Holzschnitt ein Unikat durch Übereinanderdrucken zahlreicher – manchmal zahlloser – Druckstöcke, die dann sofort vernichtet werden, um die Einzigartigkeit zu gewähren. Polychromie entsteht nicht durch Handkolorieren, sondern mit jedem hinzukommenden farbigen Druckstock. Als Untergrund, als Leinwand dient außer Papier und Filz auch Holz. Holz auf Holz gedruckt. Und durch die Bearbeitung des Holzgrundes zum Relief erhält der folgende Druck eine dritte Dimension, tritt er in den Raum, wird fast zur Plastik.
Ein aufwändiges, kompliziertes Verfahren, für Schnappschüsse vollkommen ungeeignet. Da muss der Inhalt schwer wiegen, von Bedeutung sein oder zeitlos ...
Wir denken an die alten Meister, an Dürers „Apokalypse“ – ein Holzschnittzyklus von bis dahin ungekannter Expressivität: mit hereinpreschenden Reitern, das Schwert schwingend, mit Drachen und Teufel und Höllenfeuer. Grausame Szenen, aber fein gezeichnet und festgehalten mit höchstem künstlerischen Anspruch. Zur Mahnung, zur Erbauung oder aus dem Bedürfnis heraus, der Welt die Faszination von einem Gedanken, einer Geschichte, einer Überlieferung mitzuteilen.
Die Holzschnitte von Richard Paul Mészáros erscheinen nur auf den ersten Blick weniger dramatisch – wegen der leuchtenden Farben oder des reduzierten, konzentrierten Aufbaus.
Auf den zweiten Blick aber, beim Entschlüsseln von Symbolen oder von Ungereimtheiten in der Darstellung, zeigt sich eine Welt weit entfernt von unserer Spaßgesellschaft.
Oder gerade mittendrin?!
Im Zentrum steht der Mensch – der Einsame, der Leidende, der Gebrochene, der Unterdrückte, der Ausgestoßene, der Ausgenutzte, der Missbrauchte, der Verachtete, der Verzweifelte, der Hilflose, der Ängstliche, der Stumme, der Gerade-noch-Lebende, der Tote, der Leere, der Wartende, der Sichverkaufende, der Chancenlose, der Gedankenlose, der Gefangene, der Gefesselte, der ohne Richtung ...
Individuen mit eigenem Gesicht, wenn auch abgewandt vom Betrachter, mit eigener Haltung, die oft nach Halt sucht.
Der Mensch außerhalb der Gemeinschaft, nicht eingebunden in ein Großes und Ganzes, auf sich selbst gestellt, sich selbst überlassen, ohne ein Gegenüber – und oft ohne die Möglichkeit, aus seiner Situation auszubrechen.
Was veranlasst einen jungen Künstler, sich solch einer Thematik zu verschreiben? Der Blick auf die moderne Gesellschaft? Auf das fortschrittliche Europa, das doch fast alles bietet, wovon man zu träumen wagt? Grenzenlose Freiheit. Wohlstand. Gesundheit. Bildung. Überfluss und Überschuss. Spitzenleistungen in Technik, Wissenschaft, Kultur.
Kann der Mensch nicht zufrieden sein? Was will man denn noch!
Oder der Blick nach Ungarn? Das Land mit den schönen, in bunten Trachten gekleideten Mädchen, die Gulasch essen in der heißen Puszta? Wer ahnt denn etwas vom Schicksal der Sinti und vor allem Roma – mit sieben Prozent der Gesamtbevölkerung die größte ethnische Minderheit dieses Staates? Zwischen dem 4. und 14. Jahrhundert aus Nordindien geflohen, ab dem 16. Jahrhundert in Ungarn zu Hause, zunächst willkommen und gebraucht wegen ihrer handwerklichen Fähigkeiten, geliebt für ihre Art des Musizierens, seit dem 19. Jahrhundert dann diskriminiert, von den Nationalsozialisten deportiert und ermordet, im Sozialismus als billigste Arbeitskräfte benutzt, nach dem Zusammenbruch des Systems in großer Zahl in die Arbeitslosigkeit gedrängt, in Slums verfrachtet, ausgegrenzt und nun durch die paramilitärische „Ungarische Garde“ – eine vom Staat geduldete rechtsextreme, antisemitische Schlägertruppe – in Angst und Schrecken versetzt, durch den Rechtsaußen-Publizist Zsolt Bayer, Freund des Ministerpräsidenten Viktor Orban, als „Rasse“, „Tiere“ und „Mörder“ beschimpft, die „nicht zum Zusammenleben“ geeignet seien und „nicht existieren“ sollten (Spiegel online, 13.01.2013) – Äußerungen in einem vermeintlich demokratischen Staat! Im Europa des 21. Jahrhunderts!
Die Figuren auf den Holzschnitten von Richard Paul Mészáros haben keine Namen. Sie verkörpern mehr als nur eine Person. Sie sind Personifikationen von Zuständen. Man möchte sie lösen und erlösen, von ihren Zwängen befreien und sie zum Licht führen, das ihre farbigen Kleider hier und da reflektieren ...
Susanne Ulbrich
 

 

GALERIE KONTRAPOST
Stallbaumstr. 14a
04155 Leipzig
Tel: (0341) 5503290
E-Mail

Aktuelle Ausstellung:

CHRISTOPH SANDIG

"Lichteinfall" (Fotografie)

24.08.-30.09.2016

Vernissage: 24.08.16, 20 Uhr

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

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