zum Inhalt

Galerie Kontrapost

Skulpturen | Plastiken | Objekte

Susanne Werdin

 

Susanne Werdin

 "Kreuz in Rot", 2015, 82 x 82 cm, Acryl, Holzwerkstoff

 

Susanne Werdin

"Zunehmende Minderung I" (aus "Zunehmende Minderung I-VI"), 2006, 50 x 50 cm, Handzeichnung

 

Susanne Werdin

"4 Diagonalen in Blau", 2013, 105 x 105 cm, Acryl, Gold, Holzwerkstoff
 

Susanne Werdin

 "Schwarzweißblau", 2007, 39,4 x 41 x 1,5 cm, Acryl, Holz

 

Susanne Werdin

"Mattes Grau +  Orange, gebrochen", 2015, 180 x 45 cm, Acryl, Holzwerkstoff

 

Susanne Werdin

"Diagonale in Weiß I", 2012, 30 x 30 cm, Acryl. Holzwerkstoff

 

Susanne Werdin

 "Diagonale in Weiß V", 2012, 30 x 30 cm, Acryl, Holzwerkstoff

 

Susanne Werdin

"8 Dreiecke, 8 Vierecke + 1 Fuenfeck", 2013, 3 x (40 x 15 cm), Acryl, Holzwerkstoff

 

Susanne Werdin

 "2 + 3 + 4 + 5 Sechzehntel mit Horizontale", 2016, 70 x 100 cm, Farbholzdruck

 

Susanne Werdin

"2 + 2 x 3 + 2 x 5 + 6 Sechzehntel", 2016, 70 x 100 cm, Farbholzdruck

 

Susanne Werdin

"4 + 2 x 6 Sechzehntel mit Horizontale und Orange", 2016, 100 x 70 cm, Farbholzdruck

 

Susanne Werdin

"Eine gelbe Diagonale", 2015, 50 x 36,5 cm, Farbholzdruck

Vita

1964

geboren in Guben

1991-1997

Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

1997

Diplom als Malerin / Grafikerin

2003

Abschluss des Aufbaustudiums als Meisterschülerin

 

Arbeiten in Sammlungen

Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Deutsche Nationalbibliothek
Württembergische Landesbibliothek
Neue Sächsische Galerie Chemnitz
Kunsthalle der Sparkasse Leipzig
Klingspor-Museum Offenbach
Grafik Museum Stiftung Schreiner, Bad Steben
Kunsthalle der Sparkasse Vogtland
Privatsammlungen

 

Auszeichnungen

2004

3. Preis beim Kurzkrimiwettbewerb, Burgdorf (Schweiz)

2005

Preisträgerin des Grafikwettbewerbs LiteraGraf, Leipzig

2008

Preisträgerin bei den 100 Sächsischen Grafiken, Chemnitz

2011

Preisträgerin der Leipziger Grafikbörse

 

Susanne Werdin, geboren 1964 in Guben, gelangt auf keinem geradlinigen Weg zur bildenden Kunst: Zunächst absolviert sie eine Ausbildung zur Kantorin an der Kirchenmusikschule Greifswald, danach eine Lehre als Krankenschwester in Berlin. Von 1991-1997 studiert sie schließlich Malerei und Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Nach ihrem Diplom bei Prof. Rolf Kuhrt folgt später ein Aufbaustudium als Meisterschülerin bei Prof. Volker Pfüller. Seit 2001 ist Susanne Werdin freischaffende Künstlerin in Leipzig. Mit zahlreichen Ausstellungen, Ausstellungsbeteiligungen und Symposien im In- und Ausland macht sie auf ihr druckgrafisches Werk aufmerksam. Sie wird ausgezeichnet mit Preisen: 2004 beim Kurzkrimiwettbewerb in Burgdorf / Schweiz, 2005 beim Grafikwettbewerb LiteraGraf in Leipzig, 2008 mit dem Druckspechtpreis bei den 100 Sächsischen Grafiken in Chemnitz und 2011 mit dem Karl-Krug-Preis der Leipziger Grafikbörse. Ihre Arbeiten schaffen es schon nach kurzer Zeit in öffentliche Sammlungen wie z.B. die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, die Deutsche Nationalbibliothek, die Württembergische Landesbibliothek, die Neue Sächsische Galerie Chemnitz, die Kunsthalle der Sparkasse Leipzig, das Klingspor-Museum Offenbach, das Grafik Museum Stiftung Schreiner in Bad Steben oder die Kunsthalle der Sparkasse Vogtland.

Betritt man das Atelier Susanne Werdins in der oberen Etage eines alten Industriebaus, ist man überwältigt von der Großzügigkeit des Raumes, vom hereinscheinenden Licht, vom weiten Blick auf und über die Dächer, deren Strukturen, Linien, Winkel und Proportionen hin und wieder inspirierend auf die Künstlerin wirken. Andere Dinge der sichtbaren Wirklichkeit haben weniger direkten Einfluss auf die Bildfindung und Bildgestaltung: Susanne Werdin will nicht widergeben, was sie sieht – das betrachtet sie als überflüssig –, sie erzählt auch keine Geschichten. Pathos ist ihr fremd. Das zeigen allein schon die Titel: „8 Dreiecke, 8 Vierecke + 1 Fünfeck“ oder „Mattes Grau + Orange, gebrochen“ oder "Zunehmende Minderung“ oder „40786“ oder „Sechzehntel, teilweise angeschnitten“. Sie widmet sich vielmehr den Werten, die für die Entstehung von Gefühlen verantwortlich sind. Sie sucht und erspürt die Gesetzmäßigkeiten und Strukturen, die einer Sache zu Grunde liegen und abstrahiert Erlebtes und Wahrgenommenes zu einem Gefüge aus geometrischen Formen. So trifft man überall im Atelier, an Wänden, auf Tischen, in Regalen und Kästen auf Kreise und Kreissegmente, Quadrate, Rechtecke, Parallelogramme – die kleinsten Bausteine oder Motive, die sie zum Thema der jeweiligen Komposition vereint.

Es ist tatsächlich die Musik, die Susanne Werdin zu dieser Vorgehensweise veranlasst hat: während der Beschäftigung mit den Opern Georg Friedrich Händels für ein Ausstellungsprojekt in der Händel-Halle in Halle 2002 gilt ihr Interesse mehr und mehr dem Aufbau der Komposition als dem narrativen Handlungsablauf, so dass Figürliches allmählich aus ihrem Arbeitsprozess verschwindet. Es geht ihr schließlich darum, die formgebende musikalische Ordnung visuell zu veranschaulichen: Takt und Metrum, Rhythmen, Intervalle, Tonhöhen, Tonwerte usw. In einer Art synästhetischen Wahrnehmung erscheinen ihr beim Hören von Musik konkrete Farben, sieht sie Verhältnisse und Beziehungen, die für sie allgemeingültig und somit übertragbar auf andere Bereiche sind. Sie übersetzt den chronologischen, an Zeit gebundenen Verlauf der Musik in ein simultan erfahrbares Gebilde und verortet den musikalischen Prozess in einem bestimmten Format. Anfang und Ende bleiben offen, bleiben dem Betrachter überlassen.

Kreis und Quadrat bilden dabei den Ausgangspunkt, symbolisieren als Gegenpole das Vollkommene, Göttliche bzw. das Totalitäre, Weltliche, stellen die Basis für sämtliche Ableitungen und Fragmentierungen.

Auf Chinapapier oder dünnen Sperrholzplatten fügt Susanne Werdin farbige Flächen zu einem Bild, zieht mit einer unglaublichen Disziplin feine Linien, erzeugt Relationen, Verbindungen, Brüche und Überschneidungen, schafft Berührungs- und Bezugspunkte. Durch unterschiedliche Oberflächen – matt oder glänzend, glatt oder gekörnt, grob oder fein strukturiert, transparent oder opak – entstehen Charaktere, Räumlichkeit und Tiefe. Verborgenes kommt zum Vorschein und Farbe erscheint manchmal dort, wo sie als Materie gar nicht zu finden ist. Bei zunehmender Distanz des Betrachters zum Werk vereinen sich Flächen zu dreidimensionalen Objekten, werden Irritationen hervorgerufen, fest Geglaubtes in Frage gestellt.

Der Betrachter wird mitbeteiligt am Geschehen, an der Vollendung des Kunstwerks. Denn: unweigerlich ist er versucht, eine Linie zu verfolgen, einzelne Elemente zu verschieben, Teile zu drehen, Kanten zu vermessen, Geraden zu verlängern, Schnittpunkte zu erzeugen, Parallelen zu prüfen, Beziehungen der Farben zu erkunden, Relationen und Korrelationen aufzuspüren, Flächen voneinander zu lösen und wieder zusammenzufügen. Entsteht ein Ganzes, wenn man die Segmente, die Sechzehntel aneinanderreiht? Wie viele fehlen und warum? Oder sind es zu viele? Es gibt ja einen 3/2-Takt – aber 11/8 oder 21/16?

Natürlich geht es in der Kunst Susanne Werdins nicht ausschließlich um Musik. Aber in der Art und Weise, wie Musik die Realität rational, analytisch und emotional verarbeitet, bzw. im Fundus gestaltgebender musiktheoretischer Komponenten findet die Künstlerin die geeigneten Mittel und Methoden zur Visualisierung der nicht unmittelbar und auf den ersten Blick zu erfassenden Strukturen einer erlebten oder erdachten Wirklichkeit.

Es gibt verschiedene Sichtweisen, aber auch eine allgemeine Ordnung, in der die Formen und Figuren aufgehoben sind. Es ist spannend, den Dingen auf den Grund zu gehen ...

Susanne Ulbrich

GALERIE KONTRAPOST
Stallbaumstr. 14a
04155 Leipzig
Tel: (0341) 5503290
E-Mail

Aktuelle Ausstellung:

CHRISTOPH SANDIG

"Lichteinfall" (Fotografie)

24.08.-30.09.2016

Vernissage: 24.08.16, 20 Uhr

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

© Galerie Kontrapost Susanne Ulbrich | Datenschutzerklärung | Sitemap | © Webdesign, CMS, Hosting: Web-Agentur LILAC-media Halle
nach oben|Seite drucken